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10. Oktober: weitere Seebrücke-Demo in Erfurt

Banner Seebrücke-Demo
Am 10. Oktober findet ab 16 Uhr auf dem Erfurter Anger eine weitere Seebrücke-Demo statt. Beim letzten Mal haben rund 250 Menschen für sichere Häfen demonstriert. Im Aufruf ist neben der Empörung über das fortgesetzte Sterben im Mittelmeer die Forderung zu lesen, Erfurt möge eine offene und solidarische Stadt zum Ankommen und zum Bleiben werden – eine Sanctuary City, wie z.B. Çağrı Kahveci in der Lirabelle #14 vorgeschlagen hatte? Das klingt nach einen guten Grund, am 10.10. auf die Straße zu gehen! Am Sonntag, (7.10.) findet 14:00 bis 18:00 Uhr in der [L50] ein Treffen statt, bei dem gemeinsam Schilder und Transpis gemalt werden können.

Nachtrag zur Veranstaltung mit Daniele Ganser in Erfurt

Doktor Daniele Ganser Das lokale Radio FREI hat im Nachgang der Veranstaltung mit Daniele Ganser in Erfurt eine Sendung mit dem Themenschwerpunkt Verschwörungstheorien gesendet, in der auch die Position des Infoladens zu hören ist. Die Redaktion argumentiert dabei relativ zurückhaltend: Ganser als den Verschwörungstheoretiker zu bezeichnen, der er nunmal ist, bleibt den Interviewgästen vorbehalten. Trotzdem regt sich Gansers Aluhut-Community mächtig auf und wettert in den Kommentaren zur Sendung gegen das Lokalradio – teilweise ganz offensichtlich ohne die Sendung überhaupt gehört zu haben.

Demo-Triathlon: Welcome United, #Unteilbar und

Banner Demo-TriathlonGoldener Herbst, die optimale Zeit zum demonstrieren — es ist nicht mehr so heiß wie ihm Hochsommer, die Sonne steht niedrig, das praktische Demo-Outfit passt zu den Außentemperaturen. Die kommenden drei Wochenenden bieten gleich drei ganz unterschiedliche Gelegenheiten, Protest und Widerstand auf die Straße zu tragen:

Am kommenden Samstag (29.9.) findet in Hamburg die bundesweite antirassistische Parade Welcome United statt. Den Aufruf und Mobilisierungs-Videos hatten wir hier schon gebloggt. Der Erfurter Bus ist voll, aber im Jenaer Bus (der auch über Erfurt fährt), ist noch Platz — Anmeldemöglichkeit hier.

Am darauffolgenden Wochenende demonstriert ein breites Bündnis, darunter viele Künstler_innen und Akteure aus dem sozialen Bereich unter dem Motto #unteilbar für Solidarität statt Ausgrenzung. Im Aufruf wird ein Zusammenhang zwischen dem Sozialabbau der letzten Jahre und den aktuellen rassistischen Mobilisierungen angesprochen und dagegen die Idee einer offenen und freien Gesellschaft vertreten.

Die dritte Demo findet im Rahmen der Refugee Black Box-Konferenz statt, bei der vom 4.-7.10 Aktivist_innen der Flüchtlingscommunity aus ganz Deutschland zusammenkommen werden. Für die Konferenz werden noch Helfer_innen gesucht. Die dazugehörige Demonstration beginnt am Samstag, 6.10.2018, 16 Uhr in Jena.

Wer zu allen drei Demos fährt und das durch Mitbringsel belegen kann, erhält auf der Auftaktparty zu den alternativen Einführungstagen am Infoladen-Stand eine Überraschung.

Für die langwierigen Busfahrten empfehlen wir — etwas älter, aber immer noch hilfreich — den Reader Zusammen mehr erreichen — kleiner Ratgeber für Bezugsgruppen (800kB PDF).

Nachtrag: Wie spricht man eigentlich #unteilbar? „Raute unteilbar“? „Doppelkreuz unteilbar“? Und wie kommt es, dass ein Demomotto mit dem Markenzeichen eines bekannten Kurznachrichtendiesnstes beginnt? Ist die linksliberale Debattenkultur mittlerweile so beschränkt, dass die Auseinandersetzung zwischen der offenen Gesellschaft und ihren Feinden im Chat stattfindet? Und in welchem Verhältnis steht die offene Gesellschaft (immerhin auch eine antikommunistische Konzeption) eigentlich zum Ziel der Solidarität?

Lirabelle #17 nun online!


Die 17. Ausgabe der Lirabelle ist schon seit einigen Wochen erschienen, erfreut uns aber erst seit kurzem mit ihrer online Präsenz!

Während Sie bei uns im veto schon kräftig hin und her geblättert wurde, kann Sie nun auch in der Ferne gelesen werden. Enthalten ist ein Thesenblatt von uns „Über das Verhältnis von staatlicher Abschottung, Rassismus und Migration“. Dieses haben wir 2015 anlässlich eines Workshops bei den Alternativen Studieneinführungstagen diskutiert und nochmal überarbeitet. Wir bedanken uns bei der Redaktion, dass sie unseren Geburtstag mit in die News aufgenommen hat.
Spannend ist der Bericht aus „Erfurts liebenswertestem Vorort“ – der Autor Ox Y. Moron bezeichnet damit die Thüringer AfD-Hochburg Arnstadt. Außerdem dabei ist ein Bericht zum FIT* FOR ACTION – Kongress des Frauen*kampftagsbündnisses, wer also nicht da war, kann nun nachlesen, was lief.

Die Redaktion wünscht sich übrigens mehr Beiträge …
PS: Sie beißen nicht. Zumindestens meistens.

Ende Gelände: Vernissage, Info- und Vorbereitungtreffen

Offenes Ende Gelände Info- und Vorbereitungstreffen

Wann: 25.09.18 um 18:00
wo: Umweltbibliothek im Grünen Haus Jena (über dem Grünowski)

Der Herbst naht und damit auch die Rodungssaison im Hambacher Forst und
die Ende Gelände – Aktionstage vom 25.-29.10. im Rheinland. Seit
mehreren Jahren gewinnt die Klimabewegung nun schon an Fahrt und zeigt
auf, dass es den Raubbau des Menschen an der Natur zu stoppen gilt.
Wir als Ende Gelände Ortsgruppe Jena möchten euch deswegen zu einem
offenen Vorbereitungs- und Infotreffen einladen um mit euch ins Gespräch
zu kommen, euch darüber zu informieren was so geplant ist, wie wir uns
das so gedacht haben mit der Anreise oder wie ihr euch einbringen könnt.
Also kommt einfach rum, egal ob ihr nur mal schauen wollt, was das alles
so ist, ihr mitfahren wollt oder direkt Bock habt mitzumachen.
Wir freuen uns und haben Bock mit möglichst vielen Leuten zu den
Aktionstagen zu fahren um auch dieses Jahr wieder klar zu machen: Ende
Gelände – System Change, not Climate Change!

Info- und Vorbereitungstreffen ist von Ende Gelände Ortsgruppe Jena

Hambi Fotoaustellung im Cineplex Gotha

Wann: 17. September 2018 um 19:30
Wo: Cineplex Gotha

Die „Vernissage“ beginnt um 19:30

www.ende-gelaende.org/events/hambi-fotoaustellung-im-cineplex-gotha

AfD-Wahlkreisbüro in Erfurt — und Protest im Viertel

Unter dem Motto »Für eine solidarische Krämpfervorstadt« haben sich Anwohner_innen und Gewerbetreibende des Erfurter Stadtviertels gegen ein AfD-Büro in der Nachbarschaft organisiert. Mitte August hatte der AfD-Bundestagsabgeordnete Stefan Brandner ein Wahlkreisbüro in der Iderhoffstraße 37 in Erfurt eröffnet. Die antifaschistische Nachbarschaftsinitiative ist am 25.8. in die Öffentlichkeit getreten:

Beim Stadtteilfest Krämpf fresh am Samstag waren wir auch am Stand des Bündnisses „Solidarische Krämpfervorstadt“ beteiligt. Das Bündnis hat sich gegründet, weil der AfD-Abgeordnete Stephan Brandner sein Wahllokal in der Iderhoffstraße 37 eröffnet hat. Das Bündnis hat sich zum Ziel gesetzt, gegen rechte Hetze im Viertel und anderswo vorzugehen … [weiter bei den Falken Erfurt]

CSD Aktionswochen in Erfurt

Die #CSDerfurt-Atkionswochen 2018 finden vom 17. bis zum 31. August statt und halten unter dem Motto „Akzeptanz macht Lust“ mit Kultur, Politik, drei Parties und vielem mehr ein vielfältiges Angebot für alle Interessierten bereit.
Hier erfahrt ihr mehr über die insgesamt 19 Veranstaltungen und Aktionen.

Wir sehen uns dort.

Daniele Ganser soll ausgeladen werden: Ist es eine Verschwörung?

Das DASDIE in Erfurt ist ein Ort der Aufklärung. Schon im März 2018 hat dort Erich von Däniken unterdrückte Wahrheiten über UFOs öffentlich gemacht, bei „Caveman – du sammeln, ich jagen“ stehen neue und originelle Erkenntnisse der Geschlechterforschung im Fokus. Am 20.8.2018 wird Doktor Daniele Ganser kritische Fragen zur allgemeinen Weltdeutung vorbringen, um damit die Lügen der nato-gesteuerten Systempresse zu entlarven.

Degegen regt sich Widerspruch: ATTAC Erfurt, der AntiRa Campus Erfurt, die Antifaschistische Koordination Erfurt, Jusos und GRÜNE Jugend, das Biko, Martina Renner, die Falken Erfurt und der Infoladen Sabotnik fordern die Absage der Veranstaltung, weil sie seine Ausführungen nicht nur für verschwörungstheoretischen Unsinn, sondern auch für gefährlich halten — weil durch Verschwörungstheorien die Bereitschaft, mit einfachen Antworten Sündenböcke für gesellschaftliche Prozesse zu beschuldigen zunehme, was „nicht nur zur Verdummung, sondern auch zur Faschisierung der Gesellschaft“ beitrage. Ein ungeheurer Vorwurf. Was steckt dahinter? Wer hat ein Interesse daran, den sehr guten Wissenschaftler Dokotor Daniele Ganser zu diskreditieren? Ist es womöglich der Thüringer Verfassungsschutz? Professor Doktor Mikael Elofsson, Dekan der renomierten schwedischen Hochschule von Umeå, will dem zumindest nicht widersprechen. Dieselben Akteure waren 2016 schon gegen die EnDgAmE-Friedensdemonstration aufgetreten — auch diese wurden sowohl von links wie auch vom Verfassungsschutz als nazistisch diffamiert. Alle kommen aus Erfurt — wie der Thüringer Verfassungsschutz. Treffen sie sich vielleicht jeden Sonntag um 14 Uhr beim Andreaskavalier in Erfurt? Sind hier finanzielle Mittel geflossen? Welche Rolle spielt Helmut Roewer? Wir stellen nur Fragen. Niemand will behaupten, Jusos und GRÜNE Jugend, ATTAC, der AntiRa Campus Erfurt, die Falken, die antifaschistische Koordination Erfurt, der ominöse Infoladen, Martina Renner und der Verfassungsschutz würden unter einer Decke stecken. Andererseits lässt es sich auch nicht widerlegen. Machen Sie sich also selbst ein Bild, auf http://ganserabsagen.wordpress.com oder mit qualifizierten Kommentaren im oder vor dem DASDIE am 20.9.2018.

Alle Menschen, die ein bess‘res Leben wünschen, soll‘n sich einloggen

1981 veröffentlichten die BOTS den Soundtrack zur westdeutschen Friedensbewegung: „Alle Menschen, die ein bess‘res Leben wünschen, sollen aufstehen“. Gegen die Startbahn West, gegen Berufsverbote, Polizeigewalt und Atomraketen gingen zehntausende auf die Straße, die Band bezog sich auf diese heterogenen Bewegungen. Auch 2018 gehen zehntausende auf die Straße, gegen Nazis, gegen den G20, gegen Abschiebung und die Kriminalisierung der Seenotrettung. Das aktuelle „Aufstehen“ von Wagenknecht und Lafontaine hat damit wenig zu tun. Es sieht eher so aus, als habe die außerparlamentarische Opposition das Vertrauen der Parteioberen verloren, weswegen letztere nun ihre eigene Bewegung gegründet haben. Das ist nicht der erste Versuch dieser Art: Schon Ende 2015 wurde aus dem politischen Umfeld der Thüringer Landesregierung mit der Kampagne „Mitmenschlich“ eine Art Bewegungssimulation in Gang gesetzt. Die Idee, den Schwung der Grenzöffnungen von 2015 zu verstärken, bevor die Reaktion einschlägt und (wie dann nach dem 1. Januar 2016 geschehen) den Diskurs wieder übernimmt, war gut. Leider geschah das zentral von oben geplant, und so musste es scheitern: Obwohl Verbände, Gewerkschaften und Parteien jede Menge Geld und Arbeitskraft in der Geschichte versenkt haben, kamen gerade mal 6000 Menschen auf den Domplatz — womöglich wären es mehr gewesen, wenn die lokale Bands bei Bratwurst und Modenschau ohne Politik aufgetreten wären. Weitergehendes Engagement, wie vollmundig angekündigt, fand nicht statt. Und so wird es auch mit „Aufstehen“ enden, ein paar Polit-, Kultur- und Marketing-Profis tun so, als wären sie wahlweise die neue APO oder „der kleine Mann“, bedienen ein paar Resentiments, was der PDL am Ende 0,7% Wähler vom rechten Rand bringt und 0,7% vom linken Rand kostet. Aber: Es werden Arbeitsplätze und innovativer Social-Media-Content geschaffen. Ein Glück.