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Hasi und Radaue müssen bleiben!

Vom Stadtschloss gibt es ein Statement zu den anstehenden Räumungen der Hasi und der Radaue. Dem können wir uns voll anschließen:

RÄUMUNGEN VERHINDERN! RADAUE UND HASI MÜSSEN BLEIBEN!

Schon wieder sind selbstverwaltete linksalternative Freiräume akut von der Räumung bedroht. DAS KOTZT UNS AN! Und leider kennen wir das nur zu gut. Nicht lange ist es her, da klaffte in Erfurt eine große Lücke. Nach der Räumung des Besetzten Hauses auf dem Topf und Söhne Geländes war es schwer bis unmöglich, sich Räume anzueignen bzw. musste man sich mit blöden Vermieter*innen rumschlagen, die ihre Räume gern anderweitig nutzen wollten.

Vom Besetzter zum Hausbesitzer!
Dank des Kaufes des Stattschloss-Hauses haben wir endlich etwas Platz und Möglichkeiten für linke Selbstverwaltung gefunden – ohne die Drohung, bald geräumt oder gekündigt zu werden. Das ist für uns ein Kompromiss zu unserer eigentlichen Forderung „Häuser denen, die drin wohnen“.

Nur können und wollen wir nicht alle Häuser und Plätze dieser Welt kaufen. Daher unterstützen wir alle, die sich linksorientierte selbstverwaltete Freiräume schaffen, ob gekauft, gepachtet,geduldet oder besetzt. [Ob als Mutti,Punk,Nerd oder Jurastudentin :) …spaß]

Wir fordern: HÄNDE WEG vom Wagenplatz Radaue in Jena und HÄNDE WEG von der Hasi in Halle!!! Hände WEG von allen linken selbstverwalteten Räumen!!!

Mittwoch: Räumung in Halle

Aktualisierung 21.11., 17:30 – Räumung wurde aufgrund rechtlicher Bedenken abgebrochen…

Es sieht ganz so aus, als würde morgen die Hasi in Halle geräumt! Finden wir scheiße!

Die Hasi selbst sagt dazu:+++ Am 21.11.2018 um 16:00 Uhr kommt die Gerichtsvollzieherin um das Urteil zu vollstrecken. Kommt vorbei!!! +++ […] Wir rufen dazu auf, am 21.11.2018 mit uns zusammen die Räumungstage der Hafenstraße zu gestalten und unsere Wut auf die Straße zu tragen! Bauen wir Druck auf,zeigen wir, dass wir viele sind.

Durchgehende RE-Verbindungen fahren von Erfurt Hbf aus um 12:37 und 14:37.

Auf geht‘s, ab geht‘s – Ende Gelände!

Letzte Woche fand im rheinischen Braunkohlerevier die bisher größte Massenaktion zivilen Ungehorsams von Ende Gelände statt. Mehrere Bezugsgruppen aus Thüringen waren dabei, aus einer wird berichtet:

Burn Borders not CoalAm vergangenen Wochenende waren auch mehrere Bezugsgruppen aus Thüringen bei der bisher größten Massenaktion zivilen Ungehorsams von Ende Gelände dabei: 6,500 Menschen waren im rheinischen Braunkohlerevier unterwegs und blockierten Braunkohle-Infrastruktur. Mehrere Tausend besetzten dabei die Kohle-Bahn Hambach, welche die RWE-Kraftwerke in Niederaußem, Frimmersdorf und Neurath mit Braunkohle aus dem Tagebau Hambach versorgt. Wie immer war die Stimmung – trotz massiver Polizeirepression – hervorragend und auch viele, in der Bewegung neue Menschen hatten sich mit Ende Gelände bei teilweise winterlichen Temperaturen und Herbstwetter auf den Weg gemacht. Besonders faszinierend war auch das selbstorganisierte Camp für über 4,000 Menschen, welches innerhalb von kürzester Zeit aufgebaut wurde und während der Aktionstage permanente Anlauf- und Verweilstelle für alle Aktivistis war.

Schon in den letzten Wochen war der Hambacher Forst Kristallisationspunkt für Forderungen nach Klimagerechtigkeit, gegen fossile Energieträger und für eine globale Energiewende von unten – und darüber hinaus Symbol für eine solidarische Gesellschaft, wie wir sie gerne hätten – jenseits von Staat, Nation, Kapital …. Die Anti-Kohleproteste am Wochenende waren ein weiteres starkes Zeichen an Politik und Wirtschaft: wir wollen einen tiefgreifenden sozial-ökologischen Wandel und ein gutes Leben für alle – und das geht nur ohne Kohle und fossilen Kapitalismus.

Ende Gelände ist ein Aktionsbündnis für den sofortigen Braunkohleausstieg und Teil der internationalen Klimagerechtigkeitsbewegung. Es besteht aus Gruppen und Einzelpersonen aus verschiedenen sozialen Bewegungen. Bereits 2015, 2016 und 2017 gab es Blockaden mit vielen tausend Menschen von Kohle-Infrastruktur im Rheinland und in der Lausitz.

Viele weitere beeindruckende Bilder hier.

Unterstützt die HaSi in Halle!

Am 5. Januar 2016 haben Aktivist*innen in Halle das leerstehende Haus in der Hafenstraße 7 besetzt. Seitdem findet in der „Hasi“ linke und alternative Gegenkultur statt — Konzerte, Lesungen, Treffen, Politik, Kunst, Musik, Sport und vieles mehr. Die Hasi ist ein offener Raum für Austausch und Vernetzung. Ein Ort, an dem eine solidarische Alternative gelebt und entwickelt werden soll. Trotzdem will die Hausbesitzerin — die städtischen Wohnungsgesellschaft HWG — das Gelände lieber kommerziell verwerten, statt es weiter den Nutzer_innen zu überlassen.
Was das für Halle bedeutet, wo u.A. die Identitäre Bewegung ein Haus gleich an der Uni besitzt und rege nutzt, bleibt offen — zu befürchten ist, dass der rechte Zeitgeist sich weiter ausbreitet, wenn man die linken Alternativen ausräuchert.

Daher braucht die Hasi jetzt Unterstützung und wünscht sich:

Sprecht mit eurer Familie und euren Freund*innen, positioniert euch in der Öffentlichkeit, etwa indem ihr Transpis aufhängt. Plant Veranstaltungen, ladet zu Vorträgen ein, schreibt der SPD eure Meinung, supportet uns digital, achtet auf Demoaufrufe, informiert euch über den Blog und solidarisiert euch mit alternativen Projekten, wenn ihr dafür seid, Freiräume zu erhalten!

Im Falle einer Räumung ist es angebracht, Unmut zum Ausdruck zu bringen — achtet dafür auf Ankündigungen. Die durchgehenden Nahverkehrs-Verbindungen Erfurt-Halle fahren ab 8:37 alle zwei Stunden.

Aufruf zum 28. antifaschistischen & antirassistischen Ratschlag in Eisenach

Im Jahr 2018 jährt sich zum 80. Mal die Reichspogromnacht. Am 9. November 1938 zündeten Deutsche landesweit Synagogen und andere jüdische Einrichtungen an, verfolgten und ermordeten Jüdinnen und Juden. Seit den 90er Jahren organisieren wir um den Jahrestag dieser Ereignisse den antifaschistischen und antirassistischen Ratschlag, um uns aktuellen Formen des Menschenhasses zu stellen. Der antifaschistische und antirassistische Ratschlag will faschistische Tendenzen in ihren unterschiedlichsten Formen und Erscheinungen bekämpfen, die Aktiven zusammenbringen und vernetzen sowie Positionen und Strategien im Bereich des Antifaschismus und Antirassismus diskutieren. Dieses Jahr wird der Ratschlag am 2./3. November in Eisenach stattfinden.

Warum Eisenach?

In der Wartburgstadt Eisenach findet nicht nur jedes Jahr ein riesiges rechtes Burschenschafts- treffen statt, die im Westen Thüringens gelegene Kreisstadt ist auch eine Hochburg der Naziszene in Thüringen. Der Kopf der rechten Szene ist der bereits mehrfach vorbestrafte NPD-Stadtrat Patrick Wieschke, der auch schon im „Thüringer Heimatschutz“ (NSU-Strukturen) aktiv war.

Ganzer aufruf bei www.ratschlag-thueringen.de

Der Ratschlag findet am Freitag den 02.11 und 03.11 in Eisenach statt. Am Freitag z.B. der Mahngang und die NSU monologe statt. Am Samstag finden z.B. Workshops und Podiumsdiskussion statt.

Das ganze Programm findet ihr hier

Nächste Ecke Links – die zweite Hälfte läuft

Die Alternativen Studieneinführungstagen sind nun ca. bei der Hälfte ihrer Veranstaltungen angekommen. Viele interessante Workshops wurden gemeinsam besucht, Lesungen, Filmen und Vorträgen gelauscht. Eine Gelegenheit, neue Menschen in einem ganz entspannten Rahmen kennenzulernen, bot die Party am 20.10. in der Frau Korte. Danke an alle beteiligten Personen, die zu diesem gelungenen Abend beigetragen haben.
Auch jetzt warten noch viele spannende Räume, Gruppen und Personen darauf, euch beim Austausch vielfältiger Themen kennenzulernen. Dazu zählen u. a. Suffizienz, studentische Proteste, Feminsmus, das Verhalten auf Demonstrationen, und ein Kryptoabend. Das ganze Programm findet ihr hier zum nachlesen. Wir sehen uns. :)

Erfurt soll leuchten

Erfurt leuchtet Oft wirkt Erfurt sehr grau: Nazis auf der Straße und im Parlament, Vertreibungspolitik in der Innenstadt, Racial Profiling am Haupbahnhof und so weiter. Aber auch wenn das oft nicht sehr sichtbar ist, gibt es Gruppen und Menschen, die dagegen die Idee einer solidarischen Gesellschaft setzen. Unter dem Motto „Erfurt leuchtet“ sollen diese Ansätze mehr Sichtbarkeit bekommen. Dazu findet am 8.11, 17 Uhr auf dem Willi-Brandt-Platz eine Demonstration statt. Mehr dazu in der Lokalpresse.

Still loving feminism – Feministische Veranstaltungsreihe im veto

Donnerstag, 25. September, 18:30 Uhr
Still loving feminism. Über die Aktualität des Feminismus
Vortrag und Diskussion mit Maria (Falken Thüringen)

Immer wieder wird die Frage aufgeworfen, ob die »Frauenfrage« nicht längst gelöst sei. Schließlich fahren Mädchen in der Schule durchschnittlich die besseren Noten ein und Frauen dringen in gesellschaftliche Bereiche vor, die ihnen lange versagt waren. Von einem Patriarchat könne da doch gar keine Rede mehr sein! Dieser Vortrag behauptet: Die Unterdrückung von Mädchen und Frauen ist immer noch Realität – und erfordert eine kollektive Antwort: Feminismus. Dabei soll jedoch nicht bei einer bloßen Aufzählung aller Benachteiligungen stehen geblieben werden. Stattdessen wird durch eine Darstellung der Struktur hinter den verschiedenen Phänomenen deutlich, welche Faktoren für die Aufrechterhaltung der hierarchischen Geschlechterordnung zentral verantwortlich sind. Damit ist dann auch gesagt, wogegen und wofür wir mit besonderer Kraft kämpfen müssen um dem Patriarchat perspektivisch den Garaus zu machen.

Samstag, 27. Oktober, 17 Uhr
Im Spiegel der Unschuld: Sexualmoral im Postnazismus
Von »Kinderschändern«, »Unzucht«, »kindlicher Reinheit« und anderen Symptomen

Vortrag von Sonja Witte

Insbesondere im Jahr 2013 kursierte in der Politik und den Medien die Frage: Haben wir bisher genau genug auf die von Pädophilen ausgehende Gefahr für Kinder hingeschaut? Dieser ›geschärfte Blick‹ ist zentrales Element einer derzeit allgegenwärtigen panischen Verdachtsstimmung, wie sich exemplarisch anhand von journalistischen Publikationen zur Aufdeckung von Pädophilen zeigen lässt. Was sich, so die These, im gesellschaftlichen Bild des ›Kinderschänders‹ u. a. verdichtet, sind überschüssig- übergriffige Aspekte, die aus psychoanalytischer Sicht als konstitutiv für das Sexuelle selbst gelten und die einen ›allergischen Punkt‹ (Adorno) darstellen. Dieser ist der Ausgangspunkt einer Betrachtung verschiedener ›allergischer Punkte‹ der Sexualmoral im (post-)nazistischen Deutschland. Es wird zu sehen sein: Stets wenden sich die Bedeutungen der Verknüpfungen von Sexualität mit der deutschen ›Vergangenheitsbewältigung‹. Vor diesem Hintergrund erweist sich die aktuelle Sorge um den Schutz von Kindern und die Panik vor Pädophilen nicht nur als ein Symptom des derzeitigen verhandlungsmoralischen Ideals einer unschuldigen Sexualität, sondern auch, wie dieses mit der Geschichte deutscher ›Vergangenheitsbewältigung‹ verwoben ist.

Donnerstag, 8. November, 18 Uhr
Geschichte der autonomen Frauenhäuser am Beispiel des Bielefelder Frauenhauses

Input und Diskussion mit Connie Schumann, Gründungsmitglied des autonomen Frauenhauses Bielefeld 1976

Nach einer kurzen Einführung zur Geschichte des Bielefelder Frauenhauses (1976 bis 1991) wünsche ich mir Fragen, ein Gespräch und vielleicht auch einen Versuch Frauenhäuser politisch einzuordnen.

Donnerstag, 15. November, 18:30 Uhr
Feministisch streiten – Texte zu Vernunft und Leidenschaft unter Frauen

Buchvorstellung und Diskussion mit Koschka Linkerhand (Herausgeberin) und weiteren Autorinnen

Feministisch streiten versammelt Thesen und Utopien eines Feminismus, der sich zwischen leidenschaftlicher Identitätspolitik und einer vernünftigen Gesellschaftskritik im Sinne der Aufklärung bewegt. Ein materialistischer, politisch handlungsfähiger Feminismus darf nicht einen der beiden Pole aus den Augen verlieren, sondern muss sich, im Bewusstsein der Widersprüche, zwischen ihnen bewegen. Er muss dazu ermutigen, für die eigenen politischen Interessen auf die Straße zu gehen, aber auch das globale kapitalistische Patriarchat theoretisch zu durchdringen, in dem weibliche Subjektivität unter sehr verschiedenen Vorzeichen auftritt. Lesben, Heteras, Cis- und Transfrauen, Women of Color und weiße Frauen, Mütter und Kinderlose, junge, alte, dicke und dünne Frauen, Arbeiterinnen und Akademikerinnen: Diese Perspektiven sollen nicht einfach nebeneinandergestellt, sondern mit feministischer Gesellschaftstheorie vermittelt werden. Wie kann ein kritischer und gleichzeitig positiver, emanzipatorischer Bezug auf Weiblichkeit aussehen? Wie lässt sich vor dem Hintergrund des antifeministischen Backlash ein politisches Subjekt Frau reformulieren, das die Differenzen unter Frauen nicht verleugnet, und über einen möglichst großen politischen Handlungsspielraum verfügt?

Freitag, 7. Dezember, 18 Uhr
Fa(t)shionista

Buchvorstellung mit Magda Albrecht

Schon als Sechsjährige ärgert sich Magda Albrecht über die Kommentare ihrer Mitmenschen, die abfällig über ihren dicken Körper sprechen. Heute will sie das Schönheitsideal verändern, besser: ausdehnen, denn nicht die vielen Pfunde, sondern die Vorurteile sind hartnäckiger als gedacht: Wer dick ist, hat versagt, ist faul und ungebildet. Warum eigentlich?, fragt sich die Autorin nach vielen Jahren der Verunsicherung und verordnet sich seither keine Diätshakes mehr, sondern eine doppelte Portion Selbstbewusstsein. Denn sie hat gelernt, dem Schlankheitsideal etwas entgegenzuhalten: stolze Fatshionistas und die Erkenntnis, dass Diäten nichts bringen — außer schlechter Laune.

Vielfältige und bunte Aktivitäten gegen das AfD-Büro in der Erfurter Krämpfervorstadt

Wie die Lokalpresse schon Anfang September meldete, wurde das Wahlkreisbüro von Stefan Brandner in der Iderhoffstraße 37 in Erfurt schon kurz nach der Eröffnung mit roter Farbe bedacht. Die besagten Schriftzüge „Erfurt Nazifrei“ und „Fuck AfD“ sind mittlerweile allerdinge nicht mehr erkennbar. Brandner selbst behauptet auf einer öffentlichen Chat-Plattform, ein weiterer „Linkschaotenanschlag“ – man muss sich dieses Wort im breitesten Thüringer Dialekt vorstellen und genießen — mit einer Torte mit der Aufschrift „Migrants make germany great“ sei vereitelt worden. Auch wenn Brandner sich das vermutlich anders wünscht (und man es vielleicht auch hätte anders erwarten können), zeigt sich die Krämpfervorstadt wenig begeistert von den braunen Nachbarn: Verschiedene Anwohner_innen haben bunte Fahnen herausgehangen und immer öfter sieht man im Viertel die Plakate der Initiative für eine solidarische Krämpfervorstadt.