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Vielfältige und bunte Aktivitäten gegen das AfD-Büro in der Erfurter Krämpfervorstadt

Wie die Lokalpresse schon Anfang September meldete, wurde das Wahlkreisbüro von Stefan Brandner in der Iderhoffstraße 37 in Erfurt schon kurz nach der Eröffnung mit roter Farbe bedacht. Die besagten Schriftzüge „Erfurt Nazifrei“ und „Fuck AfD“ sind mittlerweile allerdinge nicht mehr erkennbar. Brandner selbst behauptet auf einer öffentlichen Chat-Plattform, ein weiterer „Linkschaotenanschlag“ – man muss sich dieses Wort im breitesten Thüringer Dialekt vorstellen und genießen — mit einer Torte mit der Aufschrift „Migrants make germany great“ sei vereitelt worden. Auch wenn Brandner sich das vermutlich anders wünscht (und man es vielleicht auch hätte anders erwarten können), zeigt sich die Krämpfervorstadt wenig begeistert von den braunen Nachbarn: Verschiedene Anwohner_innen haben bunte Fahnen herausgehangen und immer öfter sieht man im Viertel die Plakate der Initiative für eine solidarische Krämpfervorstadt.

ESA, 13.10: Our streets!

„Eisenach? Ist ja voll 90er“ – Der Gedanke ist nicht soweit hergeholt, schaut man sich die Aktivitäten der Eisenacher Nazis in der westthüringischen Stadt an. Die Antifaschistische Linke Eisenach A. L. ESA postet (leider auf Facebook) immer wieder Berichte und Presseveröffentlichungen dazu. Jüngst klebten Nazis faschistische Sticker auf den Gedenkstein, der an die ehemalige Synagoge der Stadt erinnern soll. Von der Polizei sichergestellt, wurden bei den betreffenden Personen neben weiteren Stickern auch Sturmhauben, ein Elektroschocker, Reizgas und ein Schlagring. Der Slogan „NS-Area“, den man vielerorts auf Eisenachs Straßen entdeckt, wird mit Leben gefüllt. Neben Patrick Wischkes NPD-Gang ist eine Gruppe, die dem „Antikapitalistischen Kollektiv“ nahesteht aktiv.

Dagegen organisert A. L. ESA nun eine Tanzdemo unter dem Moto „Coole Beats statt Nazi-Kiez“. Am Samstag, den 13. Oktober, wird aufgerufen sich um 15:30 am Eisenacher Hauptbahnhof zu versammeln und gemeinsam durch die Stadt zu ziehen.

Der 2. als auch 3. November sollte bereits in euren Kalendern vorgemerkt sein: Der 28. Antirassistische und Antifaschistische Ratschlag Thüringen ist nicht umsonst in Eisenach zu Gast!

Unterstützt die Genoss*innen vor Ort, holt euch die Straße zurück!

Aufruf zur Tanzdemo:

Wir rufen auf zur Tanzdemonstration „Coole Beats, statt Nazikiez!“

Wir wollen nicht mehr weiter zusehen, wie Eisenach zu einem Sammelsurium rechter Bewegungen wird. Wir lassen uns nicht einschüchtern, egal ob auf der Straße, oder im Internet. Wir wollen nicht in einer Stadt leben, in der Graffiti und Sticker mit eindeutig nationalsozialistischen und menschenverachtenden Botschaften das Stadtbild prägen. Ferner können wir es nicht unkommentiert stehen lassen, wenn Neonazis die Hegemonie suchen.

Eisenach hat schon länger ein Problem. Seit 2014 hat die NPD ihre Landesgeschäftsstelle in der Katharinenstraße. In der regelmäßig Konzerte und Veranstaltungen von Szenegrößen stattfinden. Außerdem sitzt die NPD mit 3 Personen im Stadtrat, allen voran Patrick David Wieschke. Dieser saß wegen Beteiligung an einem Sprengstoffanschlag bereits im Gefängnis.

Eine rechtsradikale Jugendgruppe unter wechselndem Namen dominiert seit wenigen Jahren diese Stadt. Sie ist dem „Antikapitalistischen Kollektiv“ zuzuordnen und versucht durch Graffiti, Stickeraktionen und gewalttätigen Übergriffen ihre politischen Ziele zu erreichen.

Durch den gesellschaftlichen Rechtsruck ist die „Bürgerliche Mitte“ ziemlich abgedriftet, weswegen ziviler Ungehorsam kaum statt findet.

Wir fordern mehr Schutzräume für alternative Jugendliche! Wir wollen mehr kulturelle Freiräume und die Zurückdrängung faschistischer Tendenzen in Eisenach!

Um unserer Stimme Gehör zu verschaffen, tragen wir diese Forderungen auf die Straße. Deshalb kommt am 13.10.2018 alle nach Eisenach!

Für eine Perspektive globaler Kämpfe

Wir möchten gerne auf eine Veranstaltungsreihe des Bildungskollektiv Biko hinweisen: Schon am vergangenen Dienstag fand im veto ein Vortrag zur Lage in Rojava und den Möglichkeiten internationaler Solidarität statt. Verhandelt wurde vieles, was Linke jeder Couleur interessieren könnte: der demokratisch-konföderalistische Aufbau einer nicht staatlich organisierten Gesellschaft, die soziale Revolution im Sinne einer umfassenden Transformation des Zusammenlebens in Verbindung ökonomischer, feministischer und ökologischer Aspekte … und das alles in einer kleinen Region, zerrissen zwischen verschiedenen Machtblöcken. Unter widrigsten Bedingungen hat die YPG es geschafft, den Daesh zurückzudrängen und führt gerade das wahrscheinlich größte kommunistische Gesellschaftsexperiment der Gegenwart durch.

Deutlich wurde dabei vor allem: Es ist nicht nur so, dass sich die Gesammtscheiße nur verstehen lässt, wenn man globale Interaktionsketten mit einbezieht. Darüber hinaus kann die internationale Perspektive auch helfen, das eigene Handeln in einen größeren Rahmen zu stellen und Mut machen, auch unter nervigen Umständen weiter zu kämpfen — wie es das Lower-Class-Magazine z.B. hier beschreibt.

Insofern hoffen wir darauf, dass die schwache Beteiligung bei der Veranstaltung dem Wetter zuzuschreiben war. Die Auseinandersetzung mit dem Thema geht auf jeden Fall weiter: Morgen (9.10.) spricht Soojin Rhyu in der [L50] über die aktuellen Entwicklungen sozialer Bewegungen in Südkorea und die Möglichkeiten internationaler Solidarität. Am 8.11. geht es in der Offenen Arbeit Erfurt um den politischen Rechtsruck in Mittel- und Südamerika — auch eine Möglichkeit, den Rechtsruck hierzulande zu kontextualisieren. Am 13.12. soll — ebenfalls in der OA — resümmierend diskutiert werden, was aus den anderen Veranstaltungen folgt — wie also ein solidarischer Internationalismus auf der Höhe der Zeit aussehen kann.

10. Oktober: weitere Seebrücke-Demo in Erfurt

Banner Seebrücke-Demo
Am 10. Oktober findet ab 16 Uhr auf dem Erfurter Anger eine weitere Seebrücke-Demo statt. Beim letzten Mal haben rund 250 Menschen für sichere Häfen demonstriert. Im Aufruf ist neben der Empörung über das fortgesetzte Sterben im Mittelmeer die Forderung zu lesen, Erfurt möge eine offene und solidarische Stadt zum Ankommen und zum Bleiben werden – eine Sanctuary City, wie z.B. Çağrı Kahveci in der Lirabelle #14 vorgeschlagen hatte? Das klingt nach einen guten Grund, am 10.10. auf die Straße zu gehen! Am Sonntag, (7.10.) findet 14:00 bis 18:00 Uhr in der [L50] ein Treffen statt, bei dem gemeinsam Schilder und Transpis gemalt werden können.

Nachtrag zur Veranstaltung mit Daniele Ganser in Erfurt

Doktor Daniele Ganser Das lokale Radio FREI hat im Nachgang der Veranstaltung mit Daniele Ganser in Erfurt eine Sendung mit dem Themenschwerpunkt Verschwörungstheorien gesendet, in der auch die Position des Infoladens zu hören ist. Die Redaktion argumentiert dabei relativ zurückhaltend: Ganser als den Verschwörungstheoretiker zu bezeichnen, der er nunmal ist, bleibt den Interviewgästen vorbehalten. Trotzdem regt sich Gansers Aluhut-Community mächtig auf und wettert in den Kommentaren zur Sendung gegen das Lokalradio – teilweise ganz offensichtlich ohne die Sendung überhaupt gehört zu haben.

Demo-Triathlon: Welcome United, #Unteilbar und

Banner Demo-TriathlonGoldener Herbst, die optimale Zeit zum demonstrieren — es ist nicht mehr so heiß wie ihm Hochsommer, die Sonne steht niedrig, das praktische Demo-Outfit passt zu den Außentemperaturen. Die kommenden drei Wochenenden bieten gleich drei ganz unterschiedliche Gelegenheiten, Protest und Widerstand auf die Straße zu tragen:

Am kommenden Samstag (29.9.) findet in Hamburg die bundesweite antirassistische Parade Welcome United statt. Den Aufruf und Mobilisierungs-Videos hatten wir hier schon gebloggt. Der Erfurter Bus ist voll, aber im Jenaer Bus (der auch über Erfurt fährt), ist noch Platz — Anmeldemöglichkeit hier.

Am darauffolgenden Wochenende demonstriert ein breites Bündnis, darunter viele Künstler_innen und Akteure aus dem sozialen Bereich unter dem Motto #unteilbar für Solidarität statt Ausgrenzung. Im Aufruf wird ein Zusammenhang zwischen dem Sozialabbau der letzten Jahre und den aktuellen rassistischen Mobilisierungen angesprochen und dagegen die Idee einer offenen und freien Gesellschaft vertreten.

Die dritte Demo findet im Rahmen der Refugee Black Box-Konferenz statt, bei der vom 4.-7.10 Aktivist_innen der Flüchtlingscommunity aus ganz Deutschland zusammenkommen werden. Für die Konferenz werden noch Helfer_innen gesucht. Die dazugehörige Demonstration beginnt am Samstag, 6.10.2018, 16 Uhr in Jena.

Wer zu allen drei Demos fährt und das durch Mitbringsel belegen kann, erhält auf der Auftaktparty zu den alternativen Einführungstagen am Infoladen-Stand eine Überraschung.

Für die langwierigen Busfahrten empfehlen wir — etwas älter, aber immer noch hilfreich — den Reader Zusammen mehr erreichen — kleiner Ratgeber für Bezugsgruppen (800kB PDF).

Nachtrag: Wie spricht man eigentlich #unteilbar? „Raute unteilbar“? „Doppelkreuz unteilbar“? Und wie kommt es, dass ein Demomotto mit dem Markenzeichen eines bekannten Kurznachrichtendiesnstes beginnt? Ist die linksliberale Debattenkultur mittlerweile so beschränkt, dass die Auseinandersetzung zwischen der offenen Gesellschaft und ihren Feinden im Chat stattfindet? Und in welchem Verhältnis steht die offene Gesellschaft (immerhin auch eine antikommunistische Konzeption) eigentlich zum Ziel der Solidarität?

Lirabelle #17 nun online!


Die 17. Ausgabe der Lirabelle ist schon seit einigen Wochen erschienen, erfreut uns aber erst seit kurzem mit ihrer online Präsenz!

Während Sie bei uns im veto schon kräftig hin und her geblättert wurde, kann Sie nun auch in der Ferne gelesen werden. Enthalten ist ein Thesenblatt von uns „Über das Verhältnis von staatlicher Abschottung, Rassismus und Migration“. Dieses haben wir 2015 anlässlich eines Workshops bei den Alternativen Studieneinführungstagen diskutiert und nochmal überarbeitet. Wir bedanken uns bei der Redaktion, dass sie unseren Geburtstag mit in die News aufgenommen hat.
Spannend ist der Bericht aus „Erfurts liebenswertestem Vorort“ – der Autor Ox Y. Moron bezeichnet damit die Thüringer AfD-Hochburg Arnstadt. Außerdem dabei ist ein Bericht zum FIT* FOR ACTION – Kongress des Frauen*kampftagsbündnisses, wer also nicht da war, kann nun nachlesen, was lief.

Die Redaktion wünscht sich übrigens mehr Beiträge …
PS: Sie beißen nicht. Zumindestens meistens.

Ende Gelände: Vernissage, Info- und Vorbereitungtreffen

Offenes Ende Gelände Info- und Vorbereitungstreffen

Wann: 25.09.18 um 18:00
wo: Umweltbibliothek im Grünen Haus Jena (über dem Grünowski)

Der Herbst naht und damit auch die Rodungssaison im Hambacher Forst und
die Ende Gelände – Aktionstage vom 25.-29.10. im Rheinland. Seit
mehreren Jahren gewinnt die Klimabewegung nun schon an Fahrt und zeigt
auf, dass es den Raubbau des Menschen an der Natur zu stoppen gilt.
Wir als Ende Gelände Ortsgruppe Jena möchten euch deswegen zu einem
offenen Vorbereitungs- und Infotreffen einladen um mit euch ins Gespräch
zu kommen, euch darüber zu informieren was so geplant ist, wie wir uns
das so gedacht haben mit der Anreise oder wie ihr euch einbringen könnt.
Also kommt einfach rum, egal ob ihr nur mal schauen wollt, was das alles
so ist, ihr mitfahren wollt oder direkt Bock habt mitzumachen.
Wir freuen uns und haben Bock mit möglichst vielen Leuten zu den
Aktionstagen zu fahren um auch dieses Jahr wieder klar zu machen: Ende
Gelände – System Change, not Climate Change!

Info- und Vorbereitungstreffen ist von Ende Gelände Ortsgruppe Jena

Hambi Fotoaustellung im Cineplex Gotha

Wann: 17. September 2018 um 19:30
Wo: Cineplex Gotha

Die „Vernissage“ beginnt um 19:30

www.ende-gelaende.org/events/hambi-fotoaustellung-im-cineplex-gotha

AfD-Wahlkreisbüro in Erfurt — und Protest im Viertel

Unter dem Motto »Für eine solidarische Krämpfervorstadt« haben sich Anwohner_innen und Gewerbetreibende des Erfurter Stadtviertels gegen ein AfD-Büro in der Nachbarschaft organisiert. Mitte August hatte der AfD-Bundestagsabgeordnete Stefan Brandner ein Wahlkreisbüro in der Iderhoffstraße 37 in Erfurt eröffnet. Die antifaschistische Nachbarschaftsinitiative ist am 25.8. in die Öffentlichkeit getreten:

Beim Stadtteilfest Krämpf fresh am Samstag waren wir auch am Stand des Bündnisses „Solidarische Krämpfervorstadt“ beteiligt. Das Bündnis hat sich gegründet, weil der AfD-Abgeordnete Stephan Brandner sein Wahllokal in der Iderhoffstraße 37 eröffnet hat. Das Bündnis hat sich zum Ziel gesetzt, gegen rechte Hetze im Viertel und anderswo vorzugehen … [weiter bei den Falken Erfurt]