Archiv für November 2018

Auf geht‘s, ab geht‘s – Ende Gelände!

Letzte Woche fand im rheinischen Braunkohlerevier die bisher größte Massenaktion zivilen Ungehorsams von Ende Gelände statt. Mehrere Bezugsgruppen aus Thüringen waren dabei, aus einer wird berichtet:

Burn Borders not CoalAm vergangenen Wochenende waren auch mehrere Bezugsgruppen aus Thüringen bei der bisher größten Massenaktion zivilen Ungehorsams von Ende Gelände dabei: 6,500 Menschen waren im rheinischen Braunkohlerevier unterwegs und blockierten Braunkohle-Infrastruktur. Mehrere Tausend besetzten dabei die Kohle-Bahn Hambach, welche die RWE-Kraftwerke in Niederaußem, Frimmersdorf und Neurath mit Braunkohle aus dem Tagebau Hambach versorgt. Wie immer war die Stimmung – trotz massiver Polizeirepression – hervorragend und auch viele, in der Bewegung neue Menschen hatten sich mit Ende Gelände bei teilweise winterlichen Temperaturen und Herbstwetter auf den Weg gemacht. Besonders faszinierend war auch das selbstorganisierte Camp für über 4,000 Menschen, welches innerhalb von kürzester Zeit aufgebaut wurde und während der Aktionstage permanente Anlauf- und Verweilstelle für alle Aktivistis war.

Schon in den letzten Wochen war der Hambacher Forst Kristallisationspunkt für Forderungen nach Klimagerechtigkeit, gegen fossile Energieträger und für eine globale Energiewende von unten – und darüber hinaus Symbol für eine solidarische Gesellschaft, wie wir sie gerne hätten – jenseits von Staat, Nation, Kapital …. Die Anti-Kohleproteste am Wochenende waren ein weiteres starkes Zeichen an Politik und Wirtschaft: wir wollen einen tiefgreifenden sozial-ökologischen Wandel und ein gutes Leben für alle – und das geht nur ohne Kohle und fossilen Kapitalismus.

Ende Gelände ist ein Aktionsbündnis für den sofortigen Braunkohleausstieg und Teil der internationalen Klimagerechtigkeitsbewegung. Es besteht aus Gruppen und Einzelpersonen aus verschiedenen sozialen Bewegungen. Bereits 2015, 2016 und 2017 gab es Blockaden mit vielen tausend Menschen von Kohle-Infrastruktur im Rheinland und in der Lausitz.

Viele weitere beeindruckende Bilder hier.

Unterstützt die HaSi in Halle!

Am 5. Januar 2016 haben Aktivist*innen in Halle das leerstehende Haus in der Hafenstraße 7 besetzt. Seitdem findet in der „Hasi“ linke und alternative Gegenkultur statt — Konzerte, Lesungen, Treffen, Politik, Kunst, Musik, Sport und vieles mehr. Die Hasi ist ein offener Raum für Austausch und Vernetzung. Ein Ort, an dem eine solidarische Alternative gelebt und entwickelt werden soll. Trotzdem will die Hausbesitzerin — die städtischen Wohnungsgesellschaft HWG — das Gelände lieber kommerziell verwerten, statt es weiter den Nutzer_innen zu überlassen.
Was das für Halle bedeutet, wo u.A. die Identitäre Bewegung ein Haus gleich an der Uni besitzt und rege nutzt, bleibt offen — zu befürchten ist, dass der rechte Zeitgeist sich weiter ausbreitet, wenn man die linken Alternativen ausräuchert.

Daher braucht die Hasi jetzt Unterstützung und wünscht sich:

Sprecht mit eurer Familie und euren Freund*innen, positioniert euch in der Öffentlichkeit, etwa indem ihr Transpis aufhängt. Plant Veranstaltungen, ladet zu Vorträgen ein, schreibt der SPD eure Meinung, supportet uns digital, achtet auf Demoaufrufe, informiert euch über den Blog und solidarisiert euch mit alternativen Projekten, wenn ihr dafür seid, Freiräume zu erhalten!

Im Falle einer Räumung ist es angebracht, Unmut zum Ausdruck zu bringen — achtet dafür auf Ankündigungen. Die durchgehenden Nahverkehrs-Verbindungen Erfurt-Halle fahren ab 8:37 alle zwei Stunden.