Archiv für Mai 2016

Donnerstag: Demo und Ausstellung für globale Bewegungsfreiheit

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Wir wollen noch mal darauf hinweisen: Am Donnerstag wird die Ausstellung „We will rise“ mit einer Demo für globale Bewegungsfreiheit eröffnet. Der Auftakt ist um 16.30 Uhr an der Staatskanzlei in Erfurt. Die Türen zur Ausstellung werden anschließend um 18.30 Uhr in der Michaeliskirche geöffnet.

Die Ausstellung „We will rise“ zeigt und dokumentiert die Kämpfe von Geflüchteten und wurde von Geflüchteten mit Unterstützung der Rosa-Luxemburg-Stiftung erstellt. Eine Ausstellung, die zeigt, wie sich Geflüchtete in Bewegung setzen und kämpfen — gegen die Bedingungen, unter denen sie in Deutschland leben müssen, gegen Abschiebungen, gegen die mörderischen Außengrenzen der Festung Europa und gegen die Weltordnung, die seit Jahrhunderten Reichtum und Macht im globalen Norden konzentriert.

Macht noch mal kräftig Werbung und kommt vorbei! Für globale Bewegungsfreiheit und ein bedingungsloses Bleiberecht für alle!

Care am Boden beim care-revolutionären Stadtrundgang


Etwas verspätet hier ein Bericht vom care-revolutionären Stadtrungang am vorletzten Wochenende.

Der Stadtrundgang war eine Aktion des lokalen Auslegers des bundesweiten Netzwerk Care-Revolution, dass seit einiger Zeit versucht, die bezahlte und unbezahlten Tätigkeiten, bei denen direkte menschliche Bedürfnisse im Zentrum stehen — Pflege, Erziehung, Bildung, Hausarbeit und vieles mehr — auf die politische Agenda zu setzen. Weil für uns ein Feminismus ein notwendiger Baustein einer umfassenden Gesellschaftskritik ist, beteiligen wir uns am Netzwerk und waren beim Stadtrundgang dabei.

Das Netzwerk argumentiert, dass es neben der gewöhnlichen Ökonomie, um die sich ständig alle sorgen, eine unsichtbare Ökonomie gibt, die oftmals kostenlos oder unterbezahlt von Frauen erledigt wird. Während z.B. Banken gerettet werden, lagert der Kapitalismus unzählbar viele Stunden notwendiger Care in den privaten und prekären Bereich aus. Diese Tätigkeiten sind für das menschliche Wohlbefinden viel unmittelbarer wichtig als die meisten Dinge, die am Fließband oder am Schreibtisch produziert werden. Deswegen will das Netzwerk die Erfüllung von Care-Bedürfnisse in den Mittelpunkt des politischen Handelns stellen, um damit eine Transformation in Gang zu setzen, an deren Ende eine bedürfnisorientiert(ere) Gesellschaft stehen soll — die Care-Revolution!

Angeführt von einer Care-Kali, die mit acht Armen allerlei erledigt und der die Anstrengung schon ins Gesicht geschrieben steht, hat der Rundgang Orte aufgesucht, an denen unsichtbare Reproduktionsarbeit geleistet wird und dies in Redebeiträgen zum Thema gemacht: Maus und Elefant auf dem Anger haben gehört, wie die Doppelbelastung in der Medienbranche dazu führt, dass Frauen in der Leitungsebene und bei den „harten“ Themen wie Politik außen vor stehen. Viel Aufmerksamkeit erhielt ein Beitrag über die Zustände in der Altenpflege in der Nähe eines Pflegeheims. In der Michaelisstraße vor dem Collegium Maius wurde über die Schwierigkeiten berichtet, die Bestrebungen einer akademischen Laufbahn und dem (Allein-)Erziehen von Kindern mit sich bringen. Vor der Allerheiligenkirche ging es um die Arbeitsbedingungen bei kirchlichen Trägern und auf dem Fischmarkt wurde deutlich, welche systematische Lücken in der Unterbringung dazu führen, dass die Care-Bedürfnisse von Geflüchteten ganz besonders wenig beachtet werden. Den Abschluss machte ein Die-In, bei dem die Teilnehmer_innen nach und nach umgefallen sind, um symbolisch zu zeigen, dass die Care in vielen Bereichen derzeit am Boden ist.

Die regionale Care-Vernetzung plant derzeit, die überarbeiteten Redebeiträge zu veröffentlichen. Wir halten euch darüber auf dem Laufenden. Bei Interesse an einer feministischen Vernetzung in Thüringen wendet euch an die Regionalgruppe.


Der Rundgang


Care am Boden

Schatten des 1./2. Mai 2015: Soliparty im Retronom!

Am kommenden Samstag, den 28. Mai, findet ab 19 Uhr eine Soliparty in Erfurt statt, um sich kollektiv an den Repressionskosten nach den antifaschistischen Protesten am 1. und 2. Mai vergangenen Jahres in Erfurt zu beteiligen und die Betroffenen zu unterstützen.

Musik? Rana Esculenta, Borni & 2.1 Jamsystem
Wann? Sa, 28.05.2016, 19 Uhr
Wo? Retronom, Johannesstraße 17a

Razzia nach Angriff auf AJZ

Wie lokale Medien berichten, durchsuchte die Polizei am gestrigen Donnerstag mehrere Wohnungen in Erfurt, im Kreis Saalfeld-Rudolstadt und Hannover. Neun verdächtigen aus der „rechtsextremen und Hooligan-Szene“ wird vorgeworfen zu Himmelfahrt das Autonome Jugendzentrum in Erfurt angegriffen zu haben.

Bei dem Überfall setzten die Nazis Steine, Flaschen und Reizgas ein und riefen „Heil Hitler“. Verletz wurden vier Personen im Hof und Gebäude des AJZ. Anschließend flüchteten die Nazis in eine Straßenbahn, die durch eine weitere Gruppe Nazis aufgehalten wurde.

Naziaufmarsch am 4. Juni verhindern!

Am 4. Juni findet nicht nur Kultur flaniert (Facebook) und das Magdeburger Allee Fest statt. Auch die Nazis von „PEsN“ (Patriotische Europäer sagen Nein) haben einen Aufmarsch in Erfurt angekündigt und wollen gegen den von ihnen enttarnten „Plan ganz Europa zu vermischen“ demonstrieren.

Egal ob vom Staat, AfD, Thügida oder PEsN: Rassismus, Nationalismus und Volksgemeinschaft werden wir entschlossen entgegentreten. Deshalb kommt am 4. Juni um 11 Uhr auf den Anger in Erfurt. Achtet auf weitere Ankündigungen!

Neonazi Hannjo Wegmann versucht sich als Kleinunternehmer

Der lange bekannte, in Erfurt aktive Neonazikader, Hannjo Wegmann versucht sich seit einigen Monaten in der Selbstständigkeit. Mit einem „Schnelltransportservice“ möchte sich der NPD- und ThüGIDA-Aktivist ein paar Groschen dazu verdienen. Dass Wegmann eben nicht nur der unsympathische Möbelpacker von nebenan ist, wollen wir im folgenden Artikel aufzeigen.

Weiterlesen bei Indymedia Linksunten.

In eigener Sache

Die Zeit bis wir unsere neuen Räumlichkeiten beziehen können haben wir genutzt um unser Onlineangebot etwas aufzufrischen. Unseren Blog gibt es jetzt im neuen Schick. Doch darüber hinaus haben wir auch unsere Selbstdarstellung aktualisiert und den Tab „Projekte“ eingefügt. Dort findet ihr ab jetzt immer was wir als politische Gruppe gerade machen. An unserer Blogpolitik auf der Startseite und der Sammlung linker Termine für Erfurt und darüber hinaus hat sich aber nichts geändert. Wir hoffen es gefällt und machen jetzt schnell weiter mit den Kämpfen die gerade anstehen.

Über uns

Der Infoladen Sabotnik ist ein klassischer Infoladen und eine linksradikale politische Gruppe aus Erfurt. Einerseits könnt ihr in unseren Räumlichkeiten vorbeischauen. Dort gibt es offene Computer, eine Bibliothek mit Archiv, aktuelle linke/linksradikale Zeitungen und Zeitschriften, Flyer, Sticker und Plakate. Dazu gehören auch Infos und Materialien zu kommenden Veranstaltungen und Aktionen in Erfurt, mit regionalem Bezug und bundesweit. Ihr könnt hier Leute treffen, Kaffee oder Sterni trinken, lesen, die neuesten Infos abgreifen oder einfach nur abhängen.

Andererseits versteht sich der Infoladen als eine linksradikale Gruppe. Wir wollen durch linke Theorie und Praxis emanzipatorische Inhalte in die Breite tragen. Dazu organisieren wir Aktionen, Infoveranstaltungen und Lesungen, mobilisieren und mischen uns mittels Texten oder Aktionen in verschiedenste Themenfelder ein.

Antifa Café: No Border Camp in Griechenland

Grenzen Abschaffen lädt für diesen Freitag Abend zum offenen Antifa Café ein:

27. Mai | 18 Uhr | Offene Arbeit Erfurt (Allerheiligenstr. 9 Hinterhaus)

In nahezu allen Regionen erstarken reaktionäre Kräfte, die Grenzen und Mauern werden wieder hochgezogen und zunehmend militarisiert. Vor allem an den Außengrenzen stauen sich in einem neuen Ausmaß immer mehr Geflüchtete aus aller Welt, deren Leid in ihren Heimatländern nicht zuletzt auf die Politik der europäischen Staaten zurückgeht. In dieser Situation wollen wir weder bloße Kommentartor*innen sein, noch in die Charity-Falle tappen, die ihre Erfüllung in der Hilfe von “Opfern” findet. Wir wollen kämpfen – nicht für Geflüchtete und ihre Bewegungsfreiheit, sondern Seite an Seite mit ihnen, in einem gemeinsamen Kampf für ein besseres Leben für uns alle. Aus diesen und vielen weiteren Gründen findet vom 15. bis 24. Juli 2016 in Thessaloniki (Griechenland) das internationale No Border Camp statt.

Auf der Infoveranstaltung wollen wir über das Camp informieren, Möglichkeiten der lokalen antirassistischen Vernetzung und Vorbereitung für das Camp sowie langfristige Perspektiven antirassistischer Politik diskutieren. Für alle, die sich bereits dazu entschieden haben zum Camp zu fahren gibt es außerdem die Möglichkeit andere, die fahren, kennen zu lernen und konktrete Absprachen zu treffen.

Kommt mit uns zu einer Reise der Solidarität, einer Reise voller Aktion, einer Reise beyond europe.

Infos zum Camp findet ihr unter noborder2016.espivblogs.net und noborder.beyondeurope.net.

WE WILL RISE! Ausstellung und Demo / Exhibition and Demonstration

-english version below-

Wir sind sehr erfreut, dass das Bildungskollektiv Biko die Ausstellung „WE WILL RISE!“ für den Juni nach Erfurt eingeladen hat:

WE WILL RISE ist ein Archiv und eine Ausstellung, gewidmet den Kämpfen von Geflüchteten. Eine Ausstellung, die zeigt, wie sich Geflüchtete in Bewegung setzen und kämpfen — gegen die Bedingungen, unter denen sie in Deutschland leben müssen, gegen Abschiebungen, gegen die mörderischen Außengrenzen der Festung Europa und gegen die Weltordnung, die seit Jahrhunderten Reichtum und Macht im globalen Norden konzentriert. Die Ausstellung zeigt die Perspektive der Protagonist_innen dieser Kämpfe. Sie ist entstanden nach der Räumung des besetzten Oranienplatz in Berlin 2014. Sie schafft einen Reflexionsraum für die Menschen der Bewegung und bietet gleichzeitig Austausch mit Menschen, die (noch) nicht Teil der Bewegung sind.

Eine solche Ausstellung wird nicht leise und vornehm mit einer Vernissage eröffnet. Statt dessen wollen wir mit den Ausstellungsmacher_innen, mit Thüringer Geflüchteten und vielen weiteren Gegner_innen des unmenschlichen Grenzregimes auf die Straße gehen und zeigen, dass die Kämpfe weitergehen. „We will rise!“ ist in diesem Sinne ein Versprechen und die Verpflichtung, nicht locker zu lassen und weiter gegen die unwürdigen Verhältnisse und für globale Bewegungsfreiheit einzutreten.

Auftaktkundgebung: Donnerstag, 2.6.2016, 16:30, Staatskanzlei Erfurt.
Eröffnung: Donnerstag, 2.6.2016, 18.30, Michaeliskirche

WE WILL RISE! Exhibition and Demonstration

We‘re very pleased that the Educational Collective Biko has invited the exhibition „WE WILL RISE!“ to Erfurt. It will be shown in June in the church „Michaeliskirche“.

WE WILL RISE is both an archive and an exhibition, dedicated to the refugees‘ struggle. An exhibition that shows refugees‘ movement and their struggle against living conditions in Germany, against Deportations, against the deadly borders of Fortress Europe, against a world order that has accumulated wealth and power in the global north for hundreds of years. The exhibition shows the protagonists of these struggles. It was created after the eviction of the squatted Oranienplatz in Berlin in 2014. It creates a room for reflection for people on the move and for those who are not (yet) part of the movement.

An exhibition of that kind will not be opened with a nice and distinguished vernissage. Instead we‘d like to demonstrate on the streets — together with the creators of the exhibition, with thuringian refugees, with many other opponents of the inhumane border regime. We‘d like to express that the struggle will continue. With that in mind „We will rise“ shows the commitment to keep on fighting against unworthily living conditions and for global freedom of movement.

Opening: Thursday, June 2, 2016, 4:30pm, Staatskanzlei Erfurt
Vernissage: Thursday, June 2, 2016, 6:30pm, Michaeliskirche