Archiv für Oktober 2015

Ca. 5000 bei vierter AfD Demo in Erfurt

Kein Spielraum für Nazi-Schläger und Bleiberecht für alle -- Antifa-Transparente in ErfurtDeutlich über 1000 Menschen haben am 7. Oktober gegen den 4. AfD Aufmarsch in Erfurt demonstriert. Während Medien einstimmig von 8000 Teilnehmer*innen auf der AfD Demo berichten zählte des Projekt „Crowd Counting“ deutlich realistischer 4500 bis 5500 Teilnehmer*innen, also erneut etwa 1000 mehr im Vergleich zur Vorwoche. Es kam zu mehreren Böllerwürfen, dabei wurden Antifaschist*innen leicht verletzt. Die AfD hat angekündigt, kommenden Mittwoch nicht in Erfurt sondern in Magdeburg aufzumarschieren.

Ab 17 Uhr versammelten sich zahlreiche Gegendemonstrant*innen auf dem Anger, dem zentralen Platz der Erfurter Innenstadt, darunter auch viele, die lange nicht mehr oder noch nie auf einer Antifa-Demo waren. Nach der Auftaktkundgebung zog man in einer lautstarken Demo zum Landtag. Gerufene Parolen waren unter anderem „Container, Lager, Abschiebehaft, das ist deutsche Gastfreundschaft“ und „1, 2, 3, 4, alle Roma bleiben hier“. Am Landtag angekommen warteten die Demonstrant*innen auf die Ankunft des AfD-Aufmarsch und lauschten mehreren Redebeiträgen.

Die AfD samt Anhang versammelte sich ab 19 Uhr vor der Thüringenhalle. Das Loslaufen verzögerte sich wie schon letzte Woche, weil noch mehr Ordner*innen aufgetrieben werden mussten. In einem langen Zug machten sie sich schließlich auf den Weg Richtung Landtag und wurden dort lautstark von den Gegendemonstrant*innen in Empfang genommen. Die Stimmung heizte sich sehr schnell auf. Es flogen mehrere Böller und andere Gegenstände, auch eine Rauchbombe wurde gezündet. Die Polizei führte gewalttätig gewordene AfD-Nazis ab.

Vor allem um Naziübergriffe zu verhindern, zogen die Gegendemonstrant*innen noch vor Ende der AfD-Kundgebung in einer Demo geschlossen zurück zum Anger. Dort angekommen löste sich die Versammlung zügig auf. Gut war, dass sich die Polizei im Gegensatz zu letzter Woche zurückhaltender Gegenüber den Antifaschist*innen verhielt. Gut war auch, dass die Demo gut organisiert war und sich mehr organisierte Bezugsgruppen an der Demostrukturen beteiligt haben. Ausbaufähig bleibt die Vermittlung von Inhalten, die über Kritik an Nazis hinausgeht. Wünschenswert für einen wirksameren Widerstand wäre auch, dass sich mehr Menschen in Bezugsgruppen organisieren und aktiv werden.

Kommenden Mittwoch, so hat die AfD angekündigt, wollen sie in Magdeburg demonstrieren. Am 21. Oktober dann wieder in Erfurt, vermutlich in der Innenstadt auf dem Domplatz. Achtet auf Ankündigungen!

Nächsten Dienstag vormittag wird es voraussichtlich vor der Staatskanzlei eine Demonstration gegen die Verschärfung des Asylrechts geben. Achtet auch hierzu auf Ankündigungen.

Arbeitslose und Flüchtlinge: Wir lassen uns nicht gegeneinander ausspielen
Die Donnerstagsdemo gegen Sozialabbau ist gegen die AfD dabei

Konkurrenzkampf, Standortwahn -- so fängt Nazidenken an
‚Konkurrenzkampf, Standortwahn — so fängt Nazidenken an‘

Nazis Nazis jetzt wirds bitter, Autonome Jedi-Ritter
Autonome Jedi-Ritter

Mittwoch: Demo gegen AfD

Am Mittwoch will die AfD wieder durch den Süden der Stadt laufen und ihre rassistische, menschenverachtende Hetze loswerden. Das werden wir nicht einfach stehen lassen – ab 17 Uhr werden wir vom Anger zum Landtag gehen und dabei klar machen, dass brauner Gedankenmüll in Erfurt keinen Platz hat!

Infos wie gehabt bei Facebook.

Demo:
Refugees Welcome – für ein bedingungsloses Bleiberecht!
Mittwoch, 7. Oktober, 17 Uhr, Anger in Erfurt

Organisiert euch
Die zahlreichen rechten Übergriffe letzten Mittwoch haben erneut gezeigt, dass es notwendig ist sich auf die geplanten Gegenaktionen vorzubereiten. Organisiert euch in Bezugsgruppen. Überlegt euch wie ihr bei einem Angriff reagieren wollt, wie ihr euch und andere schützen könnt. Seid geschlossen in möglichst großen Gruppen unterwegs. Über das Mitführen eines Transparents können nicht nur Inhalte nach außen vermittelt werden, es kann auch einen gewissen Schutz vor Übergriffen bieten. Gegen Wurfgeschosse können Regenschirme zum Einsatz kommen. Seid kreativ!

Rassismus, Nazis und AfD entgegentreten!

„Es reicht, ya basta, it’s enough, كافيةأنها“ – Antirassistische Demonstration Gotha

Für Samstag, den 10. Oktober, rufen die Genoss*innen der Antifaschistischen Aktion Gotha zu einer antirassistischen Demonstration auf. Treffpunkt ist der Gothaer Hauptbahnhof um 14 Uhr.
Zur Situation von Geflüchteten im Landkreis Gotha werden bis dahin an jedem Tag kurze Artikel erscheinen. Ebendort findet ihr auch nähere Infos zur Demonstration.

Solidarität muss politisch und praktisch werden!

Wir dokumentieren den Kurzaufruf in deutscher und englischer Sprache. (mehr…)

Lirabelle #10 ist da!

Mit keinem Trommelwirbel ist die nun breits zehnte Ausgabe der Lirabelle erschienen. Zu finden sind Exemplare beispielsweise im Veto. Kommt also mal zu unseren montäglichen Öffnungszeiten vorbei oder zur heute Abend stattfindenden KüfA*. Wer es bis dahin nicht aushält, kann auch online schmökern.

„Wir wollen Asyl“ — 200 demonstrieren in Erfurt

Politisches Asyl für Flüchtlinge aus Eritrea in Erfurt am 2.10.2015„Wir wollen Asyl. Aus politischen Gründen. Warum gebt Ihr uns kein Bleiberecht?“ — ernst und gemeinsam wurden diese Worte von 200 Demonstrant_innen in Erfurt gesprochen, um auf die Lage von Flüchtlingen aus Eritrea hinzuweisen. „Stop Isis“, „Stop Deportation“ und „Stop the Slavery in Eritrea“ waren ebenfalls zu hören. In Redebeiträgen wurde auf die Lage in Eritrea, aber auch auf die entwürdigenden Bedingungen im Asylverfahren hingewiesen: „Wir waren in Eritrea körperlich im Gefängnis. Und so lange wir in Deutschland ohne Rechte sind, sind wir auch hier seelisch im Gefängnis“ — eingesperrt im Lager und ohne Perspektive und gesellschaftliche Teilhabe.

Um Teilhabe geht es wohl auch, wenn Geflüchtet mit der deutschen Fahne zeigen wollen, dass sie ein Recht haben, dazu zu gehören. Die meisten Passant_innen reagieren darauf nicht. Ein paar winken, einzelne gehen mit und vereinzelt wird auch geschimpft, weil die Demonstration die Straßenbahn blockiert.

Die Demonstration zieht vor den Thüringer Landtag, wo sich in der Mittagspause Vertreter_innen der Regierungskoalition aus dem Sitzungssaal trauen. Die Flüchtlinge fordern ein schnelles Verfahren sowie eine schnelle Anerkennung und betonen, dass sie aus politischen Gründen nach Deutschland gekommen sind. Migrationsminister Lauinger nimmt das gerne als Aufschlag, um die geplante Asylrechtsverschärfung zu legitimieren. Neben zahlreichen Maßnahmen,die abschrecken und ausgrenzen sollen, ist auch eine Beschleunigung des Asylverfahrens vorgesehen. Außerdem seien die Behörden mit den aktuellen Flüchtlingszahlen überfordert. Darauf hingewiesen, dass viele der Leute aus Eritrea nicht seit zwei Wochen sondern seit zwei Jahren im Lager auf einen Bescheid warten, verweist Lauinger auf die Bundesbehörden. Es sieht ganz so aus, als ob der GRÜNE Minister für Migration nicht dafür zuständig ist, die Lage von Migrant_innen zu verbessern, wohl aber dafür, das Asylrecht zu verschärfen.

Nur ganz am Rande präsent waren heute breitere Forderungen nach einem Bleiberecht für alle, unabhängig von politischer Verfolgung sowie von Nützlichkeitserwägungen. Dass ökonomische Fluchtgründe am Ende auch polititisch sind, mag wahr sein. Für die Aktivist_innen aus Eritrea ist im Moment wichtiger, die eigene Lage zu thematisieren. Die (zu) wenigen teilnehmenden Kartoffeln waren erfreut über große Demo, die Geflüchtete selbst organisiert und in der sie für sich selbst gesprochen haben, denn das gibt es in Thüringen tatsächlich eher selten. Gleichzeitig löste es auch ein Unbehagen aus, hinter schwenkenden Deutschlandfahnen mit zu laufen.

Politisches Asyl für Flüchtlinge aus Eritrea in Erfurt am 2.10.2015

Politisches Asyl für Flüchtlinge aus Eritrea in Erfurt am 2.10.2015

Übergriffe und Gegenprotest beim 3. AfD Aufmarsch in Erfurt

Auf dem 3. AfD Aufmarsch am 30. September in Erfurt stieg die Teilnehmerzahl erneut. Vor dem Landtag versammelten sich bereits ab 18 Uhr 3500 bis 3800 Rassisten, Rassistinnen und Nazis aller Couleur, um gegen Geflüchtete und die ihrer Meinung nach zu lasche Flüchtlingspolitik Stimmung zu machen. Mindestens 500 Gegendemonstrant*innen protestierten direkt am Aufmarschort der AfD lautstark gegen völkische Hetze und für ein bedingungsloses Bleiberecht für alle. Während gegen Ende mehrere Gegendemonstrant*innen von Nazis angegriffen und verletzt werden, geht die Polizei massiv gegen eine antifaschistische Demo vor. (mehr…)

Nächste Ecke Links – Alternative Studieneinführungstage


Unter dem Motto „Nächste Ecke Links“ luden wir im Oktober 2015 zu alternativen Studieneinführungstagen. Mit mehreren Veranstaltungen haben wir insbesondere Studierende angesprochen und versucht einen Einblick in linke außerparlamentarische Politik in Erfurt zu geben. Parallel dazu haben wir eine gleichnamige Broschüre mit linken und alternativen Gruppen und Räume in Erfurt veröffentlicht und verteilt. Auch für 2016 planen wir alternative Studieneinführungstage und die Broschüre wird es auch auf Englisch und Arabisch geben.