Archiv für Oktober 2015

Sonntag 01.11: geplanter Naziaufmarsch vor Geflüchteten-Unterkunft in Rudolstadt

Seit mehreren Tagen mobilisiert die Neonazi-Szene zu einem Fackelmarsch in Rudolstadt. Startpunkt soll ausgerechnet am „Platz der Opfer des Faschismus“ (Busbahnhof) sein, wo erst am 7. Oktober ein jugendlicher Syrer Opfer einer rassistischen Attacke wurde und leicht verletzt wurde. Geplant sei eine Umrundung einer Geflüchteten-Gemeinschaftsunterkunft, das alte Krankenhaus. Erst am 2. Oktober fand ein von einer Saalfelder NPD-Kreisrätin angemeldeter rassistischer Aufmarsch in der Nähe der Unterkunft statt, an dem etwa 350 Personen, darunter viele Neonazis teilnahmen. Seitdem gab es eine Steigerung von neonazistischen Vorfällen und Übergriffen in der Region.

In Rudolstadt wird es am 1. November ab dem Nachmittag, spätestens ab 16:30 Uhr, mindestens zwei Kundgebungen geben: Eine auf dem Markt und eine zur Solidarität mit den Geflüchteten vor dem alten Krankenhaus (der Geflüchtetenunterkunft).

Bei Naziaufmärschen in der Nähe von Geflüchtetenunterkünften sollte das Verhindern von Übergriffen, Pöbeleien und anderen Bedrohungsszenarien für Refugees an erster Stelle stehen. Kommt Sonntag zum alten Krankenhaus in Rudolstadt!

Mehr Infos und den vollen Aufruf findet ihr auf der Website des Bündnisses zumsaru.

Kundgebung am 01.11 anlässlich des ersten Jahrestages des IS-Angriffs auf Kobane

Am 01.11. wird in Erfurt von 14:00 – 17:00 Uhr an den Domstufen eine
Kundgebung für Kobani & Rojava stattfinden, organisiert vom Kulturverein Mesopotamien.

Der erste Jahrestag nach den Angriffen des IS auf den Kanton Kobani im Herbst 2014 soll ein weltweiter Aktionstag für den Wiederaufbau von Kobani und die Unterstützung des revolutionären Projektes Rojava sein.

Thematisiert werden wird der Widerstand in Kobani, die schwierige Situation vor Ort durch fortgesetzte Angriffe des IS und nicht zuletzt das für viele Menschen in Rojava und andernorten katastrophale Handeln der türkischen AKP-Regierung unter Präsident Erdogan. Um kurz aus dem Aufruf des Kobane Reconstruction Board zu zitieren:

„Es muss Druck auf die AKP-Regierung ausgeübt werden, damit ein sofortiges Handeln möglich ist, um essentielle medizinische Vorräte, Nahrung und Kleidung nach Kobani bringen zu können.

Trotz der gnadenlosen Angriffe der IS-Kräfte in den vergangenen Monaten steht Kobani stolz & frei. Die Menschen dort leisten noch immer starken Widerstand und sind entschlossen, ihre Selbstverwaltung zu verteidigen, die einen der 3 Kantone in der demokratischen autonomen Region Rojava (West Kurdistan, Syrien) administriert, die sich als säkular, demokratisch & anti-sektiererisch definiert und für die Gleichheit der Geschlechter eintritt“

„Pressure therefore needs to be brought on the government of the AKP in Ankara to take immediate action to let essential medical supplies, food and clothing, to pass through to Kobane.

Despite the relentless onslaught of ISIS forces over the past months, Kobane is still standing proud and free. The people are still putting up fierce resistance and are determined to defend their self-governing administration which is one of three cantons in the Democratic Autonomous Administration of Rojava (Western Kurdistan, Syria) who are secular, democratic, non-sectarian and pro-gender equality.“

weitere Informationen findet ihre auf folgenden Seiten:

Website des Kobani-Wiederaufbau-Ausschusses des Kantons Kobani
Website der Volksverteidigungseinheiten/Frauenverteidigungseinheiten von Rojava
Facebookseite des Kulturvereins Mesopotamien (Vorsicht Facebook)

28.10. – Wir sehen uns auf der Straße!

Wie in der letzten Woche rufen wir auch für den morgigen Mittwoch gemeinsam mit dem Jugendverbandsbündnis (Facebook) zu einer antifaschistischen Demonstration gegen AfD, Rassismus und die jüngst in Kraft getretene Asylrechtsverschärfung auf!

Kommt zu 17:30 auf den Bahnhofsvorplatz. Zieht euch warm an und macht laut!

Wichtig: Achtet vor, während und nach den Aktionen auf euch und andere. Seid in möglichst großen Gruppen unterwegs. Organisiert euch in Bezugsgruppen und nehmt an den Deli-Treffen teil.

Aktuelle Infos dazu gibt es jetzt immer auf grenzenabschaffen.blogsport.de

300 Menschen gegen Thügida

Am Montag, den 26.10.2015 fanden sich 300 Menschen vor einer Geflüchtetenunterkunft in der Erfurter Carl-Zeiß-Straße ein und verhinderten, dass die Nazis von Thügida an dieser vorbeiziehen konnten.

Schon 17.30 waren trotz der widrigen Anreisebedingungen schon viele Menschen vor Ort und feierten mit den Refugees. Die Straße vor der Unterkunft war voll mit Menschen, Refugees hielten Redebeiträge. (mehr…)

Montag: Thügida in Erfurt

Am Montag, 26.10.2015, kommt der nazistische Karnevalsumzug Thügida bereits zum fünften Mal nach Erfurt. Dies wird trotz angekündigter Gegenproteste der 104! Naziaufmarsch in Thüringen in diesem Jahr werden. Nach den Protesten gegen die AfD diese Woche ist also kaum Zeit verschnaufen. Die Nazis wollen an einer Unterkunft für Geflüchtete in der Carl-Zeiss-Straße (Erfurt Süd-Ost) vorbeiziehen. Zivilgesellschaft und die Antifaschistische Koordination Erfurt rufen ab 17:30 zur Gegenkundgebung vor der Unterkunft auf. Um 16:45 gibt es am Anger einen Treffpunkt um geschlossen mit der Bahn zur Gegenkundgebung zu fahren.

Morgen: „Die Rechte“ in Waltershausen

Morgen, am Samstag den 24.10.2015, hat „Die Rechte“ eine Demonstration in Waltershausen angemeldet. „Die Rechte“ ist die Partei, deren Mitglieder in Bamberg gerade eine Razzia hatten, weil die Behörden davon ausgehen, dass sie einen Anschlag auf Geflüchtete und Antifas geplant haben. Und es sieht so aus, als könnten die Nazis in Waltershausen agieren, wie der Fisch im Wasser: Schon im September waren dort ca. 600 Rassist_innen dem Aufruf der NPD gefolgt, gegen die Unterbringung von Geflüchteten in einer Schule zu demonstrieren. Gegen den Aufmarsch waren nur 80 Leute auf die Straße gegangen.
Das sollen diesmal mehr werden. Das Waltershäuser Gegen-Rechts-Bündnis will mit allen verfügbaren Kräften gegen Angstmache und Rassismus auf die Straße gehen. Wichtig ist das vor allem, um den Geflüchteten zu zeigen, dass sich nicht alleine den Rassisten und Nazis ausgeliefert sind.
Daher ergeht aus Waltershausen die dringende Bitte, dabei zu helfen!
Wir schließen uns dem an!
Die Kundgebung beginnt um 11 vor der Stadtkirche in der Hauptstraße.
Der Zug aus Erfurt fährt um 10 Uhr von Gleis 3a.

21.10., Erfurt: 2500 Menschen bei Protesten gegen AfD

Update 23.10.: Uns wurde berichtet, dass nachdem sich unsere Demo am Anger aufgelöst hatte Nazis in Michaelisstraße Menschen angegriffen haben. Wenn ihr Übergriffe beobachtet, meldet euch bei uns.

Ca. 2500 Menschen
haben gestern gegen eine AfD-Kundgebung auf dem Erfurter Domplatz und für ein bedingungsloses Bleiberecht demonstriert. Aufgerufen hatte das Jugendverbändebündnisses „Auf die Plätze fertig Mittwoch“, das linksradikale Bündniss Grenzen abschaffen – gegen deutsche Zustände und Festung Europa“ sowie verschiedene Kirchengemeinden.

Schon um 17.30 stehen 1000 Menschen auf dem Bahnhofsvorplatz. Bis zum Start der Demonstration um 18:30 wächst die Zahl der Teilnehmenden immer weiter an. Auch beim kraftvollen Zug bis zum Domplatz schließen sich noch Menschen an. Auf dem Anger wird die Demonstration von Teilnehmer_innen des Friedensgebets in der Lorenzkirche mit Kerzen und Applaus emfangen. „Say it loud, say it clear, Refugees are welcome here“ wird heute von Autonomen und Christ_innen gerufen, man sieht hippieeske und miliant anmutende Banner von Anarchist_innen, dem Erfurter Bündnis gegen Sozialabbau und sogar eine SPD-Fahne.


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Kollektive Offensive über Willkommensstreetart

Die „Kollektive Offensive“ bloggt über Streetart und Graffiti aus Frankfurt und Erfurt. Ein aktueller Artikel widmet sich dem Thema Willkommensstreetart und zeigt, dass sich auf der Straße auch künstlerisch eine antirassistische Praxis artikuliert. Gleichzeitig grenzt sich das Blog von einem Graffity-Garagen-Projekt ab, dessen Vorsitzender auf Facebook gegen Geflüchtete hetzt. Zu fragen ist an dieser Stelle, ob ein Projekt, dass von vornherein das Ziel hatte, Graffiti zu verhindern, indem man Auftragsarbeiten vergibt, nicht von vornherein kein Bündnispartner für offensive Streetart war.

Das Thema Flüchtlinge ist aufgrund der Tatsache, dass flüchtende Menschen das europäische Abschottungssystem durchbrochen haben, omnipräsent. Auch auf der Straße: in den Gesprächen, auf Aufklebern, Kacheln, in Parolen. Längst überfällig ist die Dokumentation dieser Meinungskundgabe und eigentlich wollten wir als Offensive auch kollektiv unseren Senf dazu abgeben – aber es ist uns quasi nicht möglich, auf die aktuelle Dynamik angemessen einzugehen, deshalb bleibt es bei ein paar Gedanken, ein paar Links und den Fotos. [weiter bei kollektive Offensive]

Demo gegen die AfD am 21. Oktober in Erfurt

Vergangenen Mittwoch trieb es den Thüringer Landesverband der AfD in Magdeburg auf die Straße. Mit etwa 1500 Teilnehmer*innen konnten sie dort nur weit weniger Menschen mobilisieren als die Wochen zuvor in Erfurt. Kommenden Mittwoch wird nun Erfurt wieder das Ziel ihres rassistischen und nationalistischen Aufmarsches sein. Ab 19 Uhr wollen sie sich auf dem Domplatz in der Erfurter Innenstadt versammeln.

Diesem rassistischen, nationalistischen und völkischen Aufmarsch werden wir uns entgegenstellen und rufen gemeinsam mit dem Jugendverbandsbündnis (Facebook) zu einer antifaschistischen Demonstration auf.

Kommt am Mittwoch, den 21. Oktober, um 17.30 Uhr auf den Bahnhofsvorplatz in Erfurt!

Wichtig: Achtet vor, während und nach den Aktionen auf euch und andere. Seid in möglichst großen Gruppen unterwegs. Organisiert euch in Bezugsgruppen und nehmt an den Deli-Treffen teil.

Gegen den Rassismus von Mob und Elite!
AfD und Nazis stoppen!

Aktuelle Infos dazu gibt es jetzt immer auf grenzenabschaffen.blogsport.de