Archiv für Juli 2014

Hausbesetzung in Jena geräumt

Am Ende kam es wie erwartet: Die Besetzung des schon lange leerstehenden Hauses in der Jenaer Innenstadt wurde heute Mittag durchgeführt. Die BesetzerInnen sind nach kurzer Ingewahrsamnahme wieder frei. Die Auseinandersetzung um den öffentlichem Raum geht weiter.

Einen Filmbeitrag, in dem die Besetzer_innen zu Wort kommen, gibt es hier bei den Filmpiraten.

Im Folgenden die neu erschienene Pressemitteilung des Thüringer Ermittlungsausschusses zum Polizeieinsatz:

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Jetzt: Hausbesetzung in Jena! Carl-Zeiss-Straße 11 freut sich auf Unterstützung

Wolja, schon wieder! Mit einer Erklärung haben sich die BesetzerInnen der Carl-​Zeiss-​Stra­ße 11 in Jena am Dienstag nachmittag an die Öffentlichkeit gewandt. Schaut vorbei, zeigt euch solidarisch!

Update 10.30: Wolja hat die erste Nacht gut überstanden – das Uni-Klinikum (Hauseigentümer) sicherte gestern Abend eine Duldung der Besetzung bis morgens 9 Uhr zu. Es ist also unklar, wie es jetzt nach 9 Uhr weitergeht. Kundgebungsteilnehmer*innen diskutieren darüber, wie das Haus genutzt und verteidigt werden kann. Ebenso könnte es eventuell Gespräche mit der Verantwortlichen für Verwaltungsangelegenheiten des Uniklinikums geben.

Weitere Updates über mögliche Unterstützung, die aktuelle Situation etc. findet ihr hier.

Wem gehört die Stadt? Der Punkxboottour!

Seit Jahren ist in Erfurt umstritten, wer sich den öffentlichem Raum zueigen machen darf. Schon 2008 hieß es auf dieser Seite:

Schon seit Jahren betreibt die Stadt Erfurt eine Vertreibungspolitik gegen Arme und AbweichlerInnen. So ist seit dem Jahr 2003 Straßen­musik und das Verteilen von Flugblättern stark eingeschränkt und „stö­rendes Verhalten“ verboten. Bei Zuwiderhandlung drohen Geldbußen von bis zu 5000€. Schon 2003 gab es dagegen Proteste. Die jetzt rechtskräftig gewordene Verschärfung der Stadtordnung wurde durch die Stadtverwaltung erlassen. Sie besagt, daß in Fußgängerbereichen und auf der Krämerbrücke „das mit dem Verzehr von Alkohol verbunde­ne (..) Lagern (..) oder längere Verweilen“ verboten ist – außer man kann sich den Aufenthalt in zugelassenen Freischankflächen leisten.

Gegen die Vorschrift hat ein betroffener Bürger geklagt, was im Sommer 2012 dazu geführt, dass das Oberverwaltungsgericht Weimar das Alkoholverbot in der Erfurter Innenstadt kassiert hat. Aber die Auseinandersetzung darum, wem die Stadt gehört, findet natürlich nicht nur vor Gericht statt. Am vergangenen Wochenende wurde sie wie jedes Jahr hinter der Krämerbrücke ausgetragen, wo ca. 50 Punks nach der traditionellen Punxboottour anlandeten. Juhu!

Viele Zuschauer*innen an der Schlösserbrücke:

Hindernisse, die überwunden werden wollen: Absprung…

Am Ziel, der Krämerbrücke, wird weitergefeiert.

Heute mal nicht mit Prosecco…
heute kein Proseccobrunch

… was manche nur abscheulich finden.

Aber Erfurt kann ja nicht immer nur Puppenstube sein…