Ostermontagsdemonstration in Erfurt

Redner bei Montagsdemo in Erfurt Die ‚Montagsdemonstrationen‘ am Ende der DDR fanden in Erfurt Donnerstags statt, weshalb auch die Proteste gegen Hartz IV ab 2004 auf den Donnerstag gelegt wurden. Seit dem 14.4. gibt es eine neue Welle von Montagsdemonstrationen, die nun auch wirklich Montags rollt. Und während Donnerstags nur noch ein kleines Häufchen Gewerkschafter_innen und die traditionelle Friedensbewegung demonstrieren, waren am Montag ca. 200 Menschen aus den unterschiedlichsten Milieus auf dem Anger — darunter auch Verschwörungstheoretiker_innen und der ein oder andere Nazi. Max Unkraut nimmt das zum Anlass für einen polemischen Bericht über die Montagsdemonstration in Erfurt auf Indymedia Linksunten:

Ich weiß nicht genau, wie ich die sogenannte Montagsdemonstration am 21. April 2014 in Erfurt beschreiben soll: Eher als Trauerspiel oder als Lachnummer? Denn von AfD bis Reichsbürger war alles dabei. Die Teilnehmerzahl schwankt – je nachdem wer schätzt – zwischen circa 150 und 250 Leuten. Das Publikum war gemischt: Gothics, MittelständlerInnen, DienstleisterInnen und ArbeiterInnen und natürlich Nazis, die aber wenig martialisch auftraten, dafür aber an den passenden Stellen umso stärker applaudierten. Mit Applaus wurde übrigens im Allgemeinen nicht gespart. Eigentlich hat es gereicht zu sagen wie alt man ist oder woher man kommt.

Als ich dort ankam, distanzierten sich die Veranstalter zuerst prompt von jeglichem Extremismus, was tosenden Beifall erntete. Man sei weder rechts noch links, sondern zuvorderst ein Mensch, die im Grunde alle sowieso das gleiche wollen: Freiheit, Gleichheit und Wahrheit. Letzteres scheint das Schlagwort der Bewegung zu sein, denn das Bestehen auf „die“ Wahrheit zog sich durch jede Rede. Aber auch die Aufforderung sich kapitalistische Wirklichkeit schön zu denken, anstatt ihn vernünftig zu kritisieren und abzuschaffen wurde stets wiederholt. Außerdem, dass man sich Frieden wünscht.

Montagsdemo in Erfurt im Schatten von LutherNachdem nun eine Pfarrerin bekundete, dass in Erfurt ein „guter Geist herrscht“, was umso zynischer klingt, weil die Kundgebung vor dem Denkmal des bekennenden Antisemiten Martin Luther stattfand, begann Andreas W. – der extra (!) aus Ilmenau anreiste – mit seiner erkenntnisschwangeren Rede. Krieg, postulierte er, gäbe es nämlich demnächst, da die Banken wüssten ihre Zeit liefe jetzt ab. Sie müssen deshalb in die Rüstungsindustrie investieren, damit sie weiter Gewinne einfahren. Und wenn man sich in diesem Moment gegen Krieg positioniert, dann hat man zugleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Die „Bankster“ (Banker und Gangster – Anm. d. Verf.) verschwinden sowie die Gefahr des dritten Weltkriegs (den man nicht direkt ansprach, was aber impliziert werden kann, denn theoretisch ist die Bewegung homogen, was sich auch in Erfurt deutlich zeigte – dazu im Laufe des Textes mehr) und Abra Kadabra: es herrscht Frieden zwischen den „Völkern“. Daher speist sich dann auch das vermeintliche Recht den sog. Krieg Israels gegen die Palästinenser zu kritisieren. Man beachte auf der einen Seite führt das Abstraktum, genauer der Staat der Überlebenden der Shoah, einen aggresiven Angriffskrieg; auf der anderen Seite stehen lauter Individuen. Aber man versichert sich, abermals mit Beifall, dass es sich hierbei nicht um Antisemitismus handelt. Wer’s glaub wird selig. Da ist das Thema „Juden“ einmal angesprochen, so ist auch gleich der Moment gekommen, in dem man sich von jeglicher Verschwörungstheorie distanziert, mit der sagenhaften Begründung: „Ich bin kein Verschwörungstheoretiker. Aber gucken wir doch mal, wer uns das vorwirft. Es sind die Medien! (tosender Applaus) Und die Medien werden von bestimmten Konzernen gelenkt! Wir sind also keine Verschwörungstheoretiker!“ Zusammengefasst also: Weil Verschwörungsvorwürfe von Verschwörern kommen, sind wir keine Verschwörungstheoretiker. Sowieso sind die Montagsdemonstranten nur auf der Suche nach der Wahrheit und einer Lösung. Der erste Teil der Wahrheit sind „Fakten, die man im Internet finden kann. Es gibt nämlich Dokumente der FED, die beweisen […]“. Komisch nur, dass diese superstrenggeheimen Verschwörungen immer mit ein oder zwei Klicks im Internet zu beweisen sind. Ein anderer Teil der Wahrheit scheint zu sein, und das haben die Leute sich in Erfurt eindeutig bei Ken Jebsen abgeguckt, dass man nicht einmal Antisemit sein kann. „Denn was sind denn Semiten?! Das sind Araber, [usw. – Anm. d. Verf.].“ Und gegen die hat man ja schließlich auch nichts – nur gegen Juden eben, drängt sich mir als Nachsatz zumindest auf. Die Lösung ist dann genauso einfach, wie die Wahrheit: Durch die „Beachtung der kosmischen Gesetze“ will man zu sich selbst finden. Sicher eine verständliche Reaktion unreflektierter kapitalistischer Subjekte, denn der „Mythos […] [ging] in die Aufklärung über und die Natur in bloße Objektivität. Die Menschen bezahlen die Vermehrung ihrer Macht mit der Entfremdung von dem, worüber sie Macht ausüben.“ Doch wer zurück will, anstatt voran, vergisst, dass „Magie […] blutige Unwahrheit“ war.

So weit so schlecht. Weg mit der Theorie, die nebenbei bemerkt so falsch wie einfach ist, dachte man sich. Jetzt wird’s praktisch, womit man aber wiederum den Bogen zur Theorie schlug. Die Lösung scheint nämlich nun „Verzicht, Konsumverzicht“ zu sein. „Wer braucht‘n ‚n Akkubohrer? Wie viele Löcher bohrt ihr im Jahr!?“ Ein Flugzeug fliegt mit lautem Krach über den Erfurter Anger: „Und Flugreisen!? Ich mach lieber Urlaub im Thüringer Wald!“ Der nächste Redner stellte fest, dass wir alle „Konzernknechte“ seien, was im Grunde nicht falsch ist, würde man mit „Konzern“ nicht immer nur einzelne, bestimmte meinen (sondern Unternehmen jedweder Couleur, weil sie der Exekutionsort der kapitalistischen Produktion sind und so einen Schritt in die Richtung vernünftiger Kritik machen) und diese meist mit einer „kleinen Elite“ substituieren, denn dann würde man darauf kommen, dass wir uns noch im Reich der Notwenigkeit befinden; umgekehrt: ein Reich der Freiheit nicht zu schaffen ist, indem man sich Frieden wünscht oder an Gott glaubt. Mir kam allmählich der Gedanke, ich befinde mich im Moment unter einer Art deutscher Hippies, deren LSD aber die Volksgemeinschaft und der Antisemitismus ist. Das Bedürfnis nach etwas, wurde postuliert, habe man nur aufgrund der Medien. Gemeint ist die Werbung. Das ist wahr und falsch zugleich. Sicherlich weckt Werbung das Bedürfnis nach bestimmten neuen Produkten, oder besser: macht auf sie aufmerksam. Sicher auch um Kapital zu akkumulieren. Das Bedürfnis des neuen Bedürfnis‘ ist aber keineswegs medial induziert, sondern Grundlage eines jeden Fortschritts. Die deutschen Hippies gleichen damit den der US-Amerikanischen. Ihr gemeinsames Ziel ist der Regress auf etwas, das sich noch echt anfühlt, weil sie der Natur noch näher sind. Ein weiterer Redner hielt hierzu fest, dass, wenn er so leben würde wie er wöllte, ohne alles auf einer Wiese sitzen würde.

Bevor ich nun das Schmankerl des Abends kredenze, will ich noch kurz auf Claudia M. eingehen. Diese firmierte nämlich zugleich unter dem Titel „die Erfurterin, die den Politikern das fürchten lehrt“, gleich nachdem sie klar machte, dass sie nicht nur physisch, sondern auch geistig vor Luther steht, indem sie meint, man müsse jetzt etwas tun, denn irgendwann sei es zu spät. Das ist ihre Wahrheit, die „eine“. Mit „irgendwann“ meint sie, wenn man stirbt. Damit man nämlich nicht in die Bredouille kommt, wenn man vor Petrus, dem persönlichen Türsteher Gottes, steht, nichts vorzuweisen zu können, muss man Früchte pflanzen und ernten, d.h. lohnarbeiten. Zumal wir gute Voraussetzungen hätten, die Jugend ist schließlich engagiert und sollte eigentlich „den Auftrag des Volkes ausführen“. Ein Problem gibt es da aber noch: Dieselbe wird vergiftet von den Politikern. Sie „verführen“ die Stimme abzugeben und machen dann damit, was sie wollen. Aber was ändern? Auch Frau M. hat hierfür eine einfache Lösung. Sie kennt Professuren, die das Richtige machen würde, aber leider nicht genug gefördert werden und deshalb nie die Chance bekommen im ach so demokratischen Deutschland das zu machen, was eigentlich notwendig ist. D.h. eine Technokratie zu errichten in der keiner mehr was zu sagen hat. Sie scheint nichts aus ihrer DDR-Verfolgung gelernt zu haben, die sie Anfangs noch als Rechtfertigung für ihren Gerechtigkeitskampf benutzt. Das wird deutlich, wenn sie sagt, jetzt sei es ja viel schlimmer als damals. Ja, früher war eben alles besser oder zumindest nicht alles schlecht und Hitler, der hat ja auch Autobahnen gebaut… Ich schweife ab. Mit den volkstreuen Technokraten meint sie übrigens die AfDler.

Und nun das Sahnestück des Abends. Ein recht alter Herr mit Prinz-Heinrich-Mütze betritt das Podium. Auch er erntet Applaus dafür, dass er der Meinung ist, dass Alles Scheiße ist. Ich muss zugeben, dass ich den Anfang der Rede nicht wiedergeben kann, weil er erst einmal so langweilig war, dass ich nichts notiert habe. Das ist aber insofern nicht so schlimm, als dass dieser sowieso auf den viel amüsanteren zweiten Teil hinaus lief. Vielleicht wäre er aber genau deshalb umso interessanter gewesen. Dabei kam er auf die wahnwitzige Behauptung, es würden keine Lebensmittel mehr produziert und deshalb müsse man jetzt für mindestens vier Wochen vorsorgen. Wer ahnt was jetzt kommt? Genau: die allseits bekannten Chemtrails. Wegen denen ist es umso wichtiger Lebensmittel zu bunkern, die verseuchen nämlich alles, auch das Trinkwasser. Und wer vergiftet eigentlich schon immer die Brunnen – klar die Juden. Okay, das hat er nicht gesagt, aber ich bin sicher: gemeint. Denn er postuliert sogleich, dass es nur eine Wahrheit gäbe. Dieses Mal aber mit dem Zusatz, dass es nun doch mehrere dergleichen gibt, „die eine ist eben so und die andere so“. Aha, dann wissen wir bescheid. Wer es nun immer noch nicht verstanden hat, also was die Wahrheit ist, der soll nun einfach durch das Licht den Weg zu ihr finden. Pointiert wird sein platonischer Ansatz von einem Redner, der sich zuvor das Mikrophon schnappte und behauptete, ihm wurde attestiert er sei geisteskrank. Geheilt habe er sich aber, natürlich ganz ohne Medikamente, selbst. Wie? Ganz einfach: durch Licht. Die Theorie von unserem Prinzen wird damit erst schlüssig. Bekanntermaßen verhindern nämlich Chemtrails, dass Licht auf die Erdenbürger wandert. Der Zweck ist damit entlarvt, sowie der Jude, der dahinter steckt und sich wie die Made im Speck in dem Leid der Menschen suhlt. Das ist meine Interpretation, die aber weiterhin gestützt wird durch das Folgende. Dass wir nämlich alle noch Reichsbürger sind. Kurz scheint ein stummes Raunen durch das Publikum zu fahren. Prinz Heinrich bekommt das scheinbar auch mit und artikuliert neu: „Das Deutsche Reich ist unser Heimatland!“ – tosender Applaus. Jetzt klinken sich auch die bekennenden Nazis ein, die den begeisterten Beifall aber allenfalls unterstützen. Der Redner, der jetzt ganz aus der Haut fährt, will gerade damit anfangen zu erklären, warum mexikanische Putzfrauen keine Antisemitinnen sind, wenn sie Juden kritisieren, da entzieht einer der Veranstalter dem Reichsbürger den Schallwandler – das ‚Mikrophon‘ meine ich – und versucht sich flüchtig zu distanzieren. „Wir wollen hier sowas nicht!“ Plötzlich scheint sich ein Tumult zu entwickeln. Ein Unterstützer schreit empört: „Endlich mal einer der’s auf’n Punkt bringt und dann …[unverständlich]“. So wird aus der Distanz Bürokratie, weil der Veranstalter freilich kein Gegenargument hat. „Jeder darf nur zehn Minuten reden!“ Die aber waren schon seit mindestens zehn Minuten vorbei, jedenfalls gefühlt. Was der Reichsbürger da sagt, meinen nämlich eigentlich zumindest die meisten, wie der immer wiederkehrende Applaus und das viel zu späte Eingreifen deutlich macht. Die Reaktion des restlichen Publikums auf die Distanzierung habe ich nur noch dunkel in Erinnerung, aber ich meine zu wissen – und das wäre nur logisch –, dass sie applaudiert haben.

Schlussendlich biederte man sich wieder einmal an die mit einer Wanne anwesende Polente an, indem man versuchte Verständnis für die am Feiertag Arbeitenden zu wecken: Sie wollen dann auch nur zu ihrer Familie und Abendbrot essen. Deswegen, so wurde es vorher ausgemacht, ist jetzt auch Schluss mit dem Protest gegen das System und für Frieden und Gleichheit und den ganzen anderen Scheiß, weil es ist ja um Acht, sogar schon kurz nach Acht und die Beamten haben schon angedeutet, dass Magen sowie Herz Hunger haben. „Achja und nochmal ein dickes Danke an die Polizei!“ Was die sich gefreut haben müssen. Gleich am Anger ist zwar ein Mc Donalds mit dem man sich hätte zwischendrin behelfen können. Und so viel Liebe, wie die Beamten von den Protestlern bekommen haben, die sie wahrscheinlich nicht einmal zuhause erfahren, weil das Balg schreit und die Alte schimpft und man sich abends nur noch mit ein paar gepflegten Bier weghauen möchte, so wie viele andere auch, bekommen sie doch sonst bei antifaschistischen Demonstrationen zurecht nicht. Aber bei so viel Einigkeit getraut man sich nicht den Besatzerfraß zu konsumieren, der eindeutig als des Boykottes wert bezeichnet wurde. Die obligatorische, ebenfalls aus Berlin annektierte, Aufforderung den Müll doch bitte mitzunehmen bildete mit einem Kurzgedicht, das von der sich auflösenden Menge verschluckt wurde, das Schlusswort.

Als Fazit kann festgehalten werden, dass die Bewegung Montagsdemonstration nazistische, verschwörungstheoretische und antisemitische Ansätze zur genüge enthält. Das machen schon die geistigen Vorbilder Ken Jebsen und Lars Mährholz mit Anhang deutlich. Die Veranstalter versuchen sich zwar immer wieder zu distanzieren, was auf Grund mangelnder kritischer Theorie aber nicht gelingen kann. Die Distanzierung von Allem, was man nicht gründlich reflektiert hat und die folgende Affirmation desjenigen, was ebenso wenig reflektiert wurde, zeichnet ein relativ eindeutiges Bild: Die Beliebigkeit, mit der man Theorien annimmt oder ablehnt, wird nur eingegrenzt durch das, was zu kompliziert erscheint. Zwar war es strafrechtlich nicht möglich den Tatbestand der Volksverhetzung zur Geltung zu bringen, es wäre zumindest schwer gewesen, obwohl der behauptete Völkermord Israels an den Palästinensern ein guter Kandidat war, aber die Richtung ist klar definiert. Damit kommt man zum Problem des eigenen Handelns. Was tun? Kritisch intervenieren und Gegenaufklärung betreiben? Der willkürliche, sogar widersprüchliche Applaus scheint das theoretisch unmöglich zu machen. Zwar sind einige der Grundansätze wenigstens sympathisch: Frieden, Freiheit und Gleichheit – richtig interpretiert natürlich; die Ablehnung von Homophobie und die naive Toleranz gegenüber allen Menschen (die wiederum konkret zwar falsch, im Prinzip aber richtig ist). Aber wie will man mit der Theoriefeindlichkeit umgehen („Es ist Zeit zu handeln anstatt zu denken!“) Und wer möchte schon gerne auf einem Podium stehen, auf dem davor oder danach Verschwörungstheoretiker, Reichsbürger und andere Ideologen redeten oder reden. Das erinnert eher an Querfront, zwar subtiler als noch bei Ernst Thälmann, aber eben trotzdem. Soll man einen Gegenprotest organisieren? Der schafft wiederum nur Ablehnung seitens der Montagsdemonstranten und wird, so wie es wahrscheinlich auch beim Referieren auf deren Protest sein würde, wegen mangelnder geistiger Teilnahme, ignoriert. Damit kann aber die räumliche Distanz geschaffen werden, die man selbst als Kritiker benötigt, weil man in der Tat auch theoretisch etwas ganz anderes im Sinn hat. Oder ist es borniert, wenn man glaubt man müsse sich auch physisch Abgrenzen, weil die eigene Theorie in diesem Moment zu kurz ist, was sie bei einem Redebeitrag aber notwendig wird.

Es gab in Erfurt am 21.04.2014 bei der Montagsdemonstration eine Guy-Fawkes-Maske. Vielleicht wäre das nächste Mal eine theatralische Maske mit lachender und weinender Mimik angebrachter, weil der Protest der MontagsdemonstrantInnen in die Kategorie „Es wäre ja lustig, wenn es nicht zum heulen wäre“ gehört.

Vielen Dank für die anregenden Kommentare und die kurze aber ebenso erfrischende Diskussion an Christian, Fipi und die Studentin.

So lange die Demonstrant_innen nicht Adorno lesen, bringt es also nichts, zu intervenieren. Das könnte man natürlich auch umgekehrt sehen: So lange die radikale Linke es weder schafft, spontane Bewegungen in ihrer Widersprüchlichkeit zu verstehen noch eine überzeugende Kritik zu vermitteln, kann sie gar nicht intervenieren. Aber wie auch immer: Angesichts der angesprochenen gefährlichen Tendenzen ist es wohl nötig, weiterhin ein Auge auf die ‚Montagsdemonstrationen‘ werfen.