Archiv für November 2013

500 auf Demonstration „Pogrome verhindern bevor sie entstehen“ in Greiz


Am gestrigen Samstag demonstrierten etwa 500 Menschen auf einer antirassistischen Demonstration durch Greiz. Einen Hintergrundartikel zur Entwicklung in Greiz von den Antifaschistischen Gruppen des Vogtlands gibt es bei Indymedia, Fotos bei Flickr (1, 2), und ein Video der Filmpiraten.

Unterdessen ruft die rassistische Bürgerinitiative gegen das Asylheim in Greiz für den 23. November zu einem „großen Fackelumzug“ auf und kündigt ein „zweites Schneeberg“ an. Spätestens da wird es wieder notwendig den Rassisten entgegen zu treten.

Auftakt für Greiz in Erfurt — 200 gegen Rassismus


Am Vorabend der Demonstration „Pogrome verhindern bevor sie entstehen“, die morgen (9.11.2013) in Greiz stattfindet, haben heute in Erfurt gut 200 Menschen gegen Rassismus in all seinen Ausprägungen demonstriert. Zentrale Themen waren die Solidarität mit Geflüchteten, mit Geflüchtetenkämpfen im Allgemeinen und mit dem Kampf der Gruppe „Lampedusa in Hamburg“. Außerdem richtete sich die Demo gegen die rassistischen Proteste gegen Geflüchtetenunterkünfte wie sie beispielsweise in Beichlingen, Hellersdorf, Greiz und Schneeberg auftreten.

In zahlreichen Redebeiträgen wurde Alltagsrassismus, die Erfahrungen von Menschen im Asylverfahren, die gesellschatftstheoretische Bedeutung von Rassismus, das europäische Grenzregime und seine mörderischen Folgen thematisiert. Um auf die Dringlichkeit des Anliegens hinzuweisen wurde der Juri-Gagarin-Ring 5 Minuten lang blockiert. Leider war die Lautsprecheranlage unterdimensioniert, sodass man die Redebeiträge in der Demo kaum, am Rande fast gar nicht verstehen konnte. Aber durch viele Transparente, permanente Parolen und massenhaft verteilte Flugblätter wurde das Anliegen sichtbar. Die Reaktionen haben deutlich gemacht, wie sehr das Thema derzeit wieder polarisiert: Von „die sollen alle verrecken“ über den Hitlergruß aus der Straßenbahn bis zu freundlichem Zuspruch war alles zu hören.

Auch wenn wir wie immer viel zu wenige waren, hat es Mut gemacht, dass innerhalb von ein paar Tagen 200 Menschen zusammen gekommen sind und kraftvoll gegen Rassismus demonstriert haben.
Wir sehen uns morgen: Erfurter Zugtreffpunkt für Greiz 8.30 und 9.30 am Hauptbahnhof.

Veranstaltung zu rassistischen Protesten gegen Flüchtlingsunterkünfte


Veranstaltung am 12. November in der L50:
Wie umgehen mit den Protesten gegen Flüchtlingsunterkünfte?

Egal, ob in Berlin-Hellersdorf, im sächsischen Rackwitz oder im thüringischen Greiz: An vielen Orten, in denen derzeit Unterkünfte für Flüchtlinge eingerichtet werden, kommt es zu Protesten von Anwohnerinnen und Anwohnern und militanten Neonazis, die eine Stimmung der Bedrohung schaffen. Auch in Erfurt löste die Ankündigung, syrische Bürgerkriegsflüchtlinge aufzunehmen, zum Teil heftige Abwehrreaktionen auf den Internetseiten der Thüringer Allgemeinen aus und in der Johannesvorstadt sind vemehrt Naziaufkleber mit der Aufschrift „Asylantenheim? Nein Danke!“ verklebt worden. Die Veranstaltung möchte versuchen, einen Überblick über die rassistischen Proteste, aber auch über die Unterstützungsinitiativen an den unterschiedlichen Orten zu geben, um dann gemeinsam darüber zu diskutieren, wie man angemessen darauf reagieren kann.

Veranstaltung am 12. November, 20 Uhr in der L50.http://l50.wohnopolis.de

Gemeinsam zur Demo in Greiz: Pogrome verhindern bevor sie entstehen!

Antirassistische Demonstration am 9.11.2013 in Greiz

Po­grom­stim­mung brei­tet sich aus im Herbst des Jah­res 2013. An meh­re­ren Orten Deutsch­lands ver­sam­meln sich Ras­sist*Innen unter der Fas­sa­de be­sorg­ter Bür­ger*Innen, um gegen Asyl­be­wer­ber*Innen zu het­zen. Die pro­pa­gan­dis­ti­sche Aus­schlach­tung ras­sis­ti­scher Vor­ur­tei­le wird, wenn nicht schwei­gend hin­ge­nom­men, durch die Be­völ­ke­rung ge­teilt. Nicht um­sonst ge­lang es im säch­si­schen Schnee­berg Nazis schon zwei Mal in Folge, mehr als tau­send Men­schen auf die Stra­ße zu mo­bi­li­sie­ren. Auch in Greiz-​Pohlitz mar­schier­ten Nazis und An­woh­ner*Innen mit Fa­ckeln vor einem pro­vi­so­ri­schen Wohn­heim für Ge­flüch­te­te auf. Wenn auch in der Di­men­si­on nicht mit Schnee­berg ver­gleich­bar, konn­te auch hier be­ste­hen­der All­tags­ras­sis­mus durch or­ga­ni­sier­te Nazis auf­ge­grif­fen wer­den.

Wenn der um sich grei­fen­den ras­sis­ti­schen Po­grom­stim­mung nicht Ein­halt ge­bo­ten wird, dro­hen Zu­stän­de wie in den 90er Jah­ren in Ros­tock-​Lich­ten­ha­gen, Mölln, So­lin­gen oder Ho­yers­wer­da. „Po­gro­me ver­hin­dern, bevor sie ent­ste­hen!“, ist daher das Motto un­se­rer De­mons­tra­ti­on am 9.​11. in Greiz. Weiterlesen…

Zugtreffpunkte in Erfurt

Am Erfurter Hauptbahnhof gibt es zwei Zugtreffpunkte. Wer mit einem Studentenausweis fahren und das kostenpflichtige Angebot der Vogtlandbahn umgehen will, trifft sich bereits um 8.30 Uhr. Alle anderen treffen sich um 9.30 Uhr.

Anfahrt aus Jena

Aus Jena gibt es zur gemeinsamen Anreise einen Bus. Infos dazu findet ihr bei der ATF Jena. Darüber hinaus gibt es auch hier zwei Zugtreffpunkte. Der erste Zug fährt ab Jena West um 9.23 Uhr ab und der zweite 10.23 Uhr.

Infos zur Demo gibt es unter agv.blogsport.de.

Stadtrundgang: 75 Jahre Reichspogromnacht

Auf alle Fälle spritzte die Feuerwehr nicht in die brennende Synagoge, sondern sicherte nur, dass das Feuer auf die anderen Nebenhäuser nicht übergriff.

So beschrieb ein Zeitzeuge aus dem Jahr 1938 seinen Eindruck von den Geschehnissen in der Reichspogromnacht in Erfurt.

In Erinnerung an die Reichspogromnacht im nationalsozialistischen Deutschland vor 75 Jahren bietet die Projektgruppe Erfurt im Nationalsozialismus einen Stadtrundgang in Zusammenarbeit mit der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen zum Thema Judenverfolgung an. Nach einer Begrüßung durch einen Vorstandsvertreter der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen werden wir an insgesamt sieben Orten im Innenstadtbereich Station machen. Thematisiert werden hier nicht nur die Ereignisse in der entsprechenden Nacht vor 75 Jahren, sondern auch die vorausgehende Verfolgung der jüdischen Bevölkerung in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts und besonders in der Zeit 1933 bis 1938. Auch die sich an die Reichspogromnacht anschließende Kennzeichnung, Deportation und Vernichtung bis 1945 wird Thema des Rundgangs sein. Nicht zuletzt kommt im Rundgang auch an einigen Beispielen zur Sprache, in welcher Form antisemitische Ausgrenzung und Vorurteile bis heute existieren.

10. November 2013, 11:00 Uhr
Treffpunkt: Synagoge, Juri-Gagarin-Ring 16, Erfurt

Weitere infos unter erfurt-im-ns.dgb-bwt.de.

Veranstaltungsreihe und Demo gegen Naziaufmarsch und Volkstrauertag


Heute beginnt die Veranstaltungsreihe in Gotha gegen den Volkstrauertag. In insgesamt vier Veranstaltungen geht es um Erinnerungsarbeit, spezifisch deutsches Erinnern und Verdrängen, Antisemitismus und die diesjährigen Proteste gegen den Naziaufmarsch in Friedrichroda. Am 17. November findet dann die Antifademo in Friedrichroda statt.

Weitere Infos gibt es unter volkstrauertag-abschaffen.tk.

Solidarität mit Geflüchteten! Demonstration am 8. November in Erfurt


Die Gruppe f.r.a.i. ruft am 8. November zu einer Demonstration als Zei­chen der So­li­da­ri­tät mit Ge­flüch­te­ten und gegen rassistische Mobilisierungen, wie sie beispielsweise in Greiz oder Beichlingen stattfinden, auf. Treffpunkt ist um 16 Uhr am Hauptbahnhof in Erfurt. Hier ist unterstützung angesagt! Also Weitersagen und Vorbeikommen! Hier der Aufruf:

Am Frei­tag, den 8.​11.​2013 wird eine De­mons­tra­ti­on als Zei­chen der So­li­da­ri­tät mit Ge­flüch­te­ten statt­fin­den. Wir leh­nen die dis­kri­mi­nie­ren­de Flücht­lings­po­li­tik der EU ab, die Men­schen im Meer er­tränkt und in La­gern iso­liert. Damit un­ter­stüt­zen wir die For­de­run­gen der Grup­pe «Lam­pe­du­sa in Ham­burg» nach einem Blei­be­recht nach §23 Auf­ent­halts­ge­setz.

Doch wir wol­len nicht nur auf die Si­tua­ti­on in Ham­burg oder Ber­lin ein­ge­hen, son­dern auf die ak­tu­el­le Lage von Ge­flüch­te­ten in un­mit­tel­ba­rer Nähe hier in Thü­rin­gen auf­merk­sam ma­chen. Der Grund ist die sich der­zeit zu­spit­zen­de Lage z.B. in Greiz und Beich­lin­gen und das damit vor­han­de­ne Es­ka­la­ti­ons­po­ten­zi­al. Wenn der Mob mit Fa­ckeln gegen Asyl­su­chen­de/ Asyl­be­wer­be­rIn­nen­hei­me durch die Ort­schaf­ten zieht und seine ras­sis­ti­schen Res­sen­ti­ments offen kund­tut, ist es längst über­fäl­lig, sich mit den Ge­flüch­te­ten über­all zu so­li­da­ri­sie­ren und gegen Ras­sis­mus an­zu­ge­hen.

Treff­punkt: 16 Uhr am Haupt­bahn­hof Er­furt, hof­fent­lich ohne ras­sis­ti­sche Po­li­zei­kon­trol­len

Und tags darauf gehts dann gemeinsam nach Greiz zur Demonstration „Pogrome verhindern bevor sie entstehen„!