Archiv für Februar 2009

Antifanews vom 24.2.09

Inhalt: Veranstaltungshinweis im Conne Island am Donnerstag: „toxic capitalism“ – deutsche Realitäten – Erfurt Hausbesetzung

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Fotowettbewerb „Erfurt in Sektlaune“

Andreas Bausewein in Sektlaune
Der junge Mann ganz links mit der roten Nase ist der Herr Bausewein, politisch verantwortlich für das Alkoholverbot in der Erfurter Innenstadt. Schön finden wir, daß er sich selbst nicht nehmen lässt, was er Punks und Obdachlosen verbieten will. Das verbreitet Frohsinn und gute Laune in der Landeshauptstadt. Um diesen positiven Geist zu unterstützen, richtet der Infoladen Sabotnik einen Fotowettbewerb aus: Alle HobbyfotografInnen sind in der Karnevalszeit aufgefordert, Andreas Bausewein in Sektlaune zu fotografieren und uns die Fotos zukommen zu lassen. Die gelungensten Schnappschüsse werden hier veröffentlicht. Als Preisgeld wird auf dem Fischmarkt an Aschermittwoch ein Kasten Sternburger zum sofortigen Verzehr überreicht.

Das war nicht der Kommunismus!

Unter dem Titel „‚Das war nicht der Kommunismus‘?“ veranstaltet die „Vereinigung der Opfer des Stalisnismus“ (sic!) am 25.2.2009 um 19 Uhr in der Arnstädter Musikschule (Unterm Markt 1) einen Vortrag mit Uwe Backes vom Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung.

Das Institut ist eine Kooperation des Freistaats Sachsen und der TU Dresden mit einem klaren politischen Auftrag. Während Hannah Arendt mit in ihrem Hauptwerk „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“ Imperialismus, Stalinismus und Nationalsozialismus vergleicht, um die totalitären Züge moderner Herrschaft herauszuarbeiten, hat das nach ihr benannte Institut den Auftrag, die Gemeinsamkeiten von NS und DDR herauszustellen, damit daneben die BRD möglichst gut aussieht.

Backes selbst kam ins Gerede als Ende 1999 sein Mitarbeiter Lothar Fritze in der FR das gescheiterte Hitler-Attentat von Georg Elser moralisch verurteilte, was zum Bruch zwischen den fundamentalistischen Antikommunisten um Backes und der gemäßigten Fraktion um den Historiker Klaus-Dietmar Henke führte.

Anlass der Veranstaltung ist, daß Ende 2008 in Arnstadt ein Denkmal „für die Opfer kommunistischer Gewalt“ mit dem Satz „Das war nicht der Kommunismus“ besprüht worden war.

Mehr zu dem ganzen Vorgang bei der Antifa-Gruppe Südthüringen.

Erfurt: Nazis nach Schänden einer Gedenktafel festgenommen

Wie die Thüringer Allgemeine berichtet, wurden am Donnerstag zwei Nazis beim Anbringen rechter Parolen in unmittelbarer Nähe der Gedenktafel für die deportierten Juden am Erfurter Hauptbahnhof erwischt und sogleich — von einem einzelnen Polizeibeamten — festgenommen.

Antifanews vom 17.2.09

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Erfurt: Den Streitwert in die Höhe treiben

Wie der MDR heute meldet, hat das Amtsgericht Erfurt das Räumungsverfahren zum Besetzten Haus Erfurt an das Landgericht weitergegeben, weil der Streitwert mit 20.000€ das Vierfache der Summe, über die ein Amtsgericht entscheiden könne, sei.

Rechnet man die Kosten für Polizeieinsätze dazu, sind wir bestimmt schon 100.000€ wert. Analysten erwarten für den Fall einer Räumung, daß die Folgekosten für Erfurt unüberschaubar werden.

Alldieweil treibt ein zivilgesellschaftliches Bündnis den politischen Streitwert in die Höhe: platznehmen.blogsport.de will die drohende Räumung durch eine Sitzblockade zu verhindern.

20.2.: Infoveranstaltung zum Häuserkampf in Münster

„Solidarität mit den Münsteraner HausbesetzerInnen“ wurde 2001 auf dem besetzten Topf&Söhne-Gelände in Erfurt an die Wand gesprüht. Zeitgleich mit der Erfurter Besetzung im April 2001 war in Münster das ehemalige Gesundheitsamt besetzt worden. Leider wurde es nach einer Woche wieder geräumt — in Erfurt erinnerte das Grafitty noch jahrelang an die Besetzung.
Aber HausbesetzerInnen brauchen einen langen Atem und nach diversen Zwischenetappen gibt es aktuell wieder eine Instand-Besetzung in der Grevener Straße 53 (weblink) in Münster. Wie sollte es anders sein ist auch diese wieder akut von Räumung bedroht, was den dort Wohnenden und dem Projekt „Versetzt“ gar nicht passt.
Am 20.2., 19.00 Uhr findet im Besetzten Haus Erfurt eine Infoveranstaltung über den Häuserkampf in Münster statt.

Jetzt Meldedaten vor NPD-Zugriff sperren!

Bei den GewerkschafterInnen gegen Rechts gibt es eine Kampagne zur Sperrung der Daten, die die Einwohnermeldeämter in Thüringen an Parteien zum Zwecke der Wahlwerbung weitergeben.

Hier (Link zu 300k PDF) gibt es ein Flugblatt mit Erklärung und das Formblatt zum Sperren der Daten zum Download.

Das Thüringer Meldegesetz sieht vor, daß Parteien die Meldedaten abrufen können, solange man die Daten nicht selbst sperren lässt.

Antifanews vom 10.2.09

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