Archiv für Januar 2009

Elfriede Begrich: „Wir brauchen Alternativen“

Aus den Lokalnachrichten vom 20.01.2009 von Radio F.R.E.I.:

„Ich wünsche mir sehr, dass die Stadt und auch das Land Freiräume lässt für Alternativen. Ich halte das für ganz wichtig was die Besetzer da im Besetzen Haus machen, was sie alles anbieten.“ erklärte Pröpstin Elfriede Begrich gegenüber Radio F.R.E.I.. Sie selbst habe während ihrer Zeit in Berlin Wagenburgen, Besetzte Häuser und ähnliche Projekte besucht und unterstützt. Jetzt muss auch Erfurt zeigen, dass es alternative Lebensformen akzeptiert und integriert. „Ich kann gar nicht verstehen, dass es das in Erfurt nicht geben soll. Wir wären wirklich ärmer wenn wir diese Initiativen stoppen würden. Also ich möchte gerne, dass die in der Breite mit der Wagenburg, in der Breite ihrer vielen Angebote hier in der Stadt einen Ort kriegen, so dass sie also wirklich mitten drin sind. Also nur ganz am Rand fände ich es sehr schade. Ich glaube wir brauchen Alternativen, ganz, ganz dringend. Besonders in dieser Zeit jetzt.“ fordert Elfriede Begrich.

Elfriede Begrich steht der evangelischen Kirchenprobstei Erfurt-Nordhausen vor, unter anderem leitet sie den Konvent der Superintendenten. Sie ist darüber hinaus Vorsitzende des Kuratorium des Augustinerklosters und äußert sich regelmäßig zu gesellschaftspolitischen Fragen.

Heute an der Uni Erfurt: Streitgespräch zu Besetzten Räumen

Eine kurzfristige Veranstaltungsankündigung:

Dienstag, 20. Januar findet um 18.00Uhr ein Vortrag und Diskussion zum Thema: „Die Rolle alternativer Kultur im Neoliberalismus“ statt. Thematisch wird es um besetzte Räume/Häuser im historischen Bezug bis
heute gehen.

Referenten im Streitgespräch sind: Bernd Löffler (Bildungsreferent der Rosa-Luxemburg Stiftung Thüringen) und Rüdiger Bender (M.A. Lehrbeauftragter praktische Philosophie, Uni Erfurt).

Das ganze findet im Haus 2, Raum 114 der Universität Erfurt statt.

Bausewein und Thierbach spielen falsch

Sehr staunen mussten heute die BesetzerInnen des Topf&Söhne-Gelände in Erfurt, als sie der Lokalpresse entnehmen mussten, daß sie „erneut das von der Stadt angebotene Ausweichobjekt abgelehnt“ hätten.
Bei einem Gespräch am Morgen hatten Oberbürgermeister und Bürgermeisterin gegenüber einer Abordnung des B-Hauses geäußert, daß Alternativobjekt stünde schon seit November letzten Jahres nicht mehr zur Verfügung.
Sonderlich neu ist dieser charmante Umgang nicht. So hatten die Verantwortlichen bei der Stadt Erfurt in der Vergangenheit auch schon behauptet, es gäbe drei Ersatzobjekte — zu einem Zeitpunkt, als den BesetzterInnen noch nicht mal eines angeboten worden war.

Es ist wahr, daß Herrschaft im bürgerlichen Staat wesentlich subjektlos funktioniert. Aber immer wieder trifft man auch auf Personen, die sich dadurch auszeichnen, daß sie ihre ohnehin schon durchherrschte Funktion ganz besonders gründlich erfüllen, vulgo ihren miesen Job ganz besonders mies machen. Die beiden benannten gehören dazu. Dafür wünschen wir ihnen hiermit ebenfalls die Obdachlosigkeit an den Hals — und zwar im Winter, im Osten und in Erfurt.

Um die unsere zu verhindern, braucht es kreativen Widerstand. Lassen wir uns also was einfallen. Aktuelle Infos zum Stand wie immer unter http://haendeweg.blogsport.de und http://topf.squat.net.

Hausbesetzung in Weimar

Wie Queerschnitt hier berichtet, wurde heute die Gerberstraße 1 in Weimar besetzt! Wir wünschen den Besetzer_innen alles Gute.
Wir. Bleiben. Alle.

Wir. Bleiben. Alle.

23.12.2008, alles schläft, einsam wacht nur irgend ein_e Funktionsträger_In im Erfurter Bauamt und überlegt sich, wie man zum Jahresabschluss noch mal den Ermessensspielraum ausreizen kann, um Leute zu schikanieren.
So irgendwie ist ein Schreiben entstanden, daß verlangt, daß unverzüglich keine Veranstaltungen auf dem besetzten Teil des ehemaligen Topf&Söhne-Geländes mehr stattfinden sollen. Trotz laufender Verhandlungen ist man offenbar im Erfurter Bauamt an einer Eskalation der Situation interessiert. Der Inhaber der Domizil Hausbau GmbH Hartmut Golla hat diesen Bescheid mit einer Frist bis zum 21.01.2009 an die Besetzer_innen weitergeleitet.

Die Demonstration am 22.11.2008 hat gezeigt, daß es breite und entschlossene Unterstützung für die Besetzer_Innen gibt. Wer sich also mit dem Besetzten Haus anlegt, bekommt es mit weitaus mehr als mit ein paar Leuten zu tun. Seit Anfang des Jahres ist sogar das aus Film und Fernsehen bekannte A-Team auf unserer Seite:

In diesem Sinne: Lasst euch was einfallen…

Wie man die Besetzer_innen weiter unterstützen kann, findet man bei einem Artikel bei Indymedia:

Ab dem 21. Januar (Mittwoch) ist eine Aktionswoche geplant, in der den Forderungen nach Erhalt des Besetzten Hauses bzw. eines entsprechenden Alternativobjektes Nachdruck verliehen werden soll. Die Aktionswoche beginnt am 21. mit einem Bautag auf dem besetzten Geländeteil, bei dem tatkräftige Unterstützung erwünscht ist. Außerdem ist für diesen Abend eine Pressekonferenz geplant. Für die folgenden Tage werden Aktionen und Workshops vorbereitet. Für Samstag, 24. Januar, wurde eine Demonstration angemeldet, die um 13 Uhr vor dem Erfurter Hauptbahnhof beginnen soll.

Pennplätze für auswärtige UnterstützerInnen wird ab dem 21. Januar zur Verfügung gestellt. Auch darüber hinaus gibt es eine Pennplatzbörse. Für Zugereiste ist das Besetzte Haus der erste Anlaufpunkt.

Schnelle und zuverlässige Informationen sind auf den Websiten http://haendeweg.blogsport.de und http://topf.squat.net erhältlich. Außerdem gibt es einen SMS-Verteiler – wer sich darin eintragen möchte, sollte eine mail an squat.ef@gmx.net senden.
Die Nummer des Infotelefons wird in den nächsten Tagen auf den genannten Internetseiten veröffentlicht werden.

Antifanews vom 13.01.2009

Inhalt: Besetztes Haus Erfurt: Räumung steht bevor / deutsches Haus / vt; Conne Island(leipzig)“Nie wieder revolutionärer Antifaschismus“ / „Warum sich die globale Öffentlichkeit in der ökonomischen Krise gegen Israel wendet“ Kommentar von Robert Kurz

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Samstag: Horst Mahler in Jena

Kundgebung gegen Antisemitismus vor dem „Braunen Haus“
Für den kommenden Samstag kündigt der Nationale Widerstand Jena einen Vortrag mit Horst Mahler im „Braunen Haus“ in der Jenaischen Straße an. Mahler ist der bekannteste antisemitsche Agitator in der BRD und sein Thema „Die Kernschmelze der judaisierten Welt ist der Welt Auferstehung zum Nationalsozialismus!“ lässt erkennen, was im „Braunen Haus“ zu erwarten ist: übelste Hetze im Stil Julius Streichers. Wer mehr über diesen kaputten Fanatiker erfahren möchte, dem eröffnet sein Interview mit Michael Friedman (Teile 1 und 2) einen guten Einblick in sein Welt- und Selbstbild. Mahler ist ein Überzeugungstäter; sein nächster Haftantritt ist abzusehen. Dass er – anders als die NPD-Führer – seinen Rassenhass so deutlich formuliert, macht ihn attraktiv in der Szene. Die Jenaer Nazis können ein volles Haus am Samstag erwarten.

Horst Mahler war am 9. November 2002 einer der ersten Gäste im neu eröffneten „Braunen Haus“. Seitdem hat sich das „Braune Haus“ zu dem bedeutendsten Stützpunkt der Thüringer Naziszene entwickelt. Neben Stammtischen und internen Schulungen finden dort inzwischen regelmässig auch öffentliche Vorträge statt. Die Nazis haben sich in Altlobeda fest etabliert.

Aus Anlass des Auftritts von Mahler, 2 1/2 Wochen vor dem Holocaust-Gedenktag, rufen mehrere Initiativen auf zu einer

Kundgebung gegen Antisemitismus und das „Braune Haus“

Beginn: 15 Uhr – Ort: Susanne-Bohl-Strasse/Jenaische Strasse in Altlobeda

Treffpunkt im Stadtzentrum: 14.30 Uhr, Holzmarkt Jena

Antifanews vom 05.01.2009

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